Roy Clark verstorben

Roy Clark verstorben

Der Country-Sänger und Moderator der Hee Haw-Fernsehserie Roy Clark ist tot.

Roy Clark, der legendäre "Superpicker", Grammy, CMA und ACM-Preisträger, Country Music Hall of Fame und Grand Ole Opry Mitglied sowie Co-Moderator der berühmten "Hee Haw"-Fernsehserie, starb am Donnerstag, den 15. November 2018, im Alter von 85 Jahren an den Folgen von einer Lungenentzündung zu Hause in Tulsa, Oklahoma.

Der jahrzehntelange Erfolg von Roy Clark lässt sich mit einem Wort zusammenfassen - Aufrichtigkeit. Sicher, er war einer der besten Multiinstrumentalisten der Welt und einer der ersten Cross-over-Künstler, der Singles sowohl in den Pop-als auch in der Country-Charts platzierte. Er war der Pionier, der Branson, Missouri, zur Livemusik-Hauptstadt der Welt machte (die Stadt Ozark hat heute mehr Sitzplätze als der Broadway) und seine Talente machten "Hee Haw" zur am längsten laufenden TV-Show der Fernsehgeschichte. Aber am Ende des Tages zählte für Roy Clark nur die ehrliche Wärme, die er seinem Publikum schenkte. Bob Hope fasste es zusammen, als er Roy sagte: "Dein Gesicht ist wie ein Kamin".

Für einen Mann, der bis zu seinem 30. Lebensjahr nicht sehr viel Erfolg hatte, war der Schlüssel hierzu nicht irgendein großer Plan, sondern er nahm alles zu seiner Zeit. "Sicher", sagte er, "ich hatte Träume, ein Star zu sein, als ich 18 war. Ich hätte es auch mit viel Anstrengungen versuchen können, aber es wäre trotzdem nicht früher passiert. Ich bin glücklich. Was passiert ist, ist passiert und das ohne mein Zutun." Genau das ist der Titel der Roy Clark Autobiografie "My Life - In Spite of Myself!" (Simon & Shuster, 1994). Das Buch erinnert daran, dass es bei Roy Clark um mehr ging, als schnelle Finger und einen schnellen Witz.

Dass er in Washington, D.C. aufgewachsen ist, überrascht die Menschen oft. Roy Linwood Clark wurde am 15. April 1933 in Meherrin, Virginia, geboren. Sein Vater spielte in einer Square Dance Band und nahm ihn zu Konzerten der National Symphony und verschiedener Militärbands mit. "Ich war verschiedenen Arten von Musik ausgesetzt, bevor ich jemals gespielt habe. Papa sagte: "Schalte niemals das Ohr für Musik ab, bis das Herz es hört, denn dann hörst du vielleicht etwas, was dir gefällt."

Beginnend mit Banjo und Mandoline, war Roy Clark einer jener Menschen, der "mit der Musik geboren wurden, die bereits in ihm war." Seine erste Gitarre, ein Sears Silvertone, kam als Weihnachtsgeschenk, als er 14 Jahre alt war. Im selben Jahr, 1947, machte er seinen ersten TV-Auftritt. Er war 15, als er für seinen ersten bezahlten Auftritt in der Band seines Vaters zwei Dollar verdiente. In dem fruchtbaren, vielfältigen musikalischen Boden des kosmopolitischen D.C. begann er am Freitag- und Samstagabend in Bars und Spelunken zu spielen, bis er jede Nacht spielte und die Schule übersprang, denn schließlich musste er ab 15:00 Uhr immer unterwegs sein. "Musik war meine Rettung, das, was ich am liebsten und am besten tat. Das, was auch immer Spaß machte."

Der Gitarrenzauberer Roy Clark ging bald mit Country-Legenden wie Hank Williams und Grandpa Jones auf Tour. Nach dem Gewinn eines nationalen Banjo-Wettbewerbs im Jahr 1950, wurde er eingeladen, um in der Grand Ole Opry zu spielen, was zu Konzerten mit Red Foley und Ernest Tubb führte. Dennoch kehrte er immer in den D.C. zurück, nicht nur um Country, sondern auch Jazz, Pop und frühen Rock 'n' Roll zu spielen. 1954 trat er Jimmy Dean und den Texas Wildcats bei, trat in Clubs und im Radio und Fernsehen auf und unterstützte sogar Elvis Presley.

Aber 1960 war er 27 Jahre alt und immer noch tingelte er so vor sich hin. Eine Einladung, vor Wanda Jackson bei der Eröffnung des Golden Nugget in Las Vegas, Nevada, zu spielen, erwies sich als sein Durchbruch. Danach ging er auf Tournee, mit 345 Tagen ohne Pause unterwegs. Als er 1962 nach Las Vegas zurückkehrte, kam er als Headliner und mit Plattenvertrag und seinem Debüt-Album "The Lightning Fingers of Roy Clark", zurück. Im nächsten Jahr hatte er seinen ersten Hit, "The Tips of My Fingers", ein Country-Song, der ein Orchester und eine Streichersektion enthielt. "Wir haben es damals nicht Crossover genannt, aber ich denke, das war es," sagte Roy Clark. "Wir haben das nicht angestrebt, denn wenn man versucht auf beiden Hochzeiten zu tanzen, sitzt man irgendwie zwischen den Stühlen. Aber wir wollten glaubwürdig sein."

In den 60er Jahren nahm Roy Clark mehrere Alben auf, tourte ständig und trat in TV-Shows von Johnny Carson über Mike Douglas bis Flip Wilson auf. "Ich war der Mann für alle Fälle. "Lasst uns den Clark Jungen nehmen, mit dem kann man gut auskommen." Dann kam "Hee Haw". "Hee Haw" feierte 1969 Premiere. Mit Roy Clark und Buck Owens als Gastgeber war die Sendung sofort ein Hit. Obwohl CBS die Show nach zweieinhalb Jahren, trotz der Platzierung in den Top 20, aus dem Programm nahm, lief die Show bis 1992 in Syndication.

Im Zuge der Sendung folgte ein Charterfolg auf den anderen: Im Jahr 1969, "Yesterday, When I Was Young" (Top 20 Pop and #9 Country). Inklusive "Yesterday" hatte Roy Clark 23 Top-40-Country-Hits, darunter acht Top 10 Hits: "The Tips of my Fingers" (Platz 10, 1963), "I Never Picked Cotton" (Platz 5) und "Thank God and Greyhound You're Gone" (Platz 6, 1970), "The Lawrence Welk-Hee Haw Counter Revolution Polka" (Platz 9, 1972) "Come Live With Me" (Platz 1), "Somewhere Between Love And Tomorrow" (Platz 2, 1973) und "If I Had It to Do All Over Again" (Platz 2, 1976). Darüber hinaus gilt sein 12-saitiges Gitarrenspiel von "Malaguena" als Klassiker und 1982 gewann er für "Alabama Jubilee" einen Grammy (Best Country Instrumental Performance).

Roy Clark - Alabama Jubilee live on Hee Haw

Hee Haw Roy Clark Alabama Jubilee live on Hee Haw

Als vollendeter Musiker, egal in welchem Genre, spielte Roy Clark zusammen mit Petula Clark im Caesar Palace, war der erste Country-Künstler, der beim Montreux International Jazz Festival als Headliner gebucht wurde und in London in der "The Tom Jones Show" auftrat.

Im Laufe der Zeit erhielt Roy Clark viele Ehrungen, darunter einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, den Pioneer Award der Academy of Country Music und die Aufnahme in die Gibson (Gitarre) Hall of Fame. Er ist der erste Country-Künstler, der in Las Vegas Entertainers Hall of Fame aufgenommen wurde. Außerdem wurde er 1987 Mitglied der Grand Ole Opry, trat in der Carnegie Hall auf und wurde 2009 in die Country Music Hall of Fame aufgenommen. Roy Clarks viele gute Taten führten dazu, dass er 1999 den Minnie Pearl Humanitarian of the Year Award erhielt. Im Oktober 2000 wurde er in die Oklahoma Music Hall of Fame aufgenommen.

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