Chase Bryant

Junge Talente, die angeblich das Zeug zum großen Star haben, sprießen gefühlt fast wöchentlich aus dem fruchtbaren Boden in der Country-Metropole Nashville. Wirklich schaffen tun es jedoch nur die wenigsten. Einer, dem dieser Schritt zugetraut wurde, zahlt die Vorschusslorbeeren momentan mit Zinsen zurück: Chase Bryant.

Musik liegt bei Bryant in der Familie. Sein Großvater spielte Piano für Roy Orbison und Waylon Jennings. Seine Onkel hatten in der 90er Jahren mit der Band Ricochet ein paar Hits. Da überrascht es wenig, dass Chase schon früh das Ziel hatte, die Familientradition fortzuführen. Bereits mit 11 Jahren schrieb er seine ersten Songs, und diese Leidenschaft ließ ihn nie wieder los. Direkt nach der high School verließ er seine Heimat im beschaulichen Orange Grove, Texas, und flog nach Los Angeles. Dort wollte der Linkshänder im Musikgeschäft Fuß fassen. Doch mit seiner Vorliebe für Mainstream-Country konnte es eigentlich nur einen Ort für ihn geben, und der lag 2.000 Meilen östlich im schönen Tennessee.

Erstmal in Nashville angekommen, meinte es das Schicksal gut mit Bryant. Jemand schlug ihm vor, sich doch einmal mit Roy Orbisons Witwe Barbara zu treffen, die sich in der Music City als Produzentin profiliert hatte. Dies stellte sich als richtungsweisende Idee heraus. Orbison nahm Bryant ohne zu zögern unter Vertrag. Es war ihre letzte Amtshandlung, bevor sie verstarb.

Bryant hatte nun mehr als nur den Fuß in der Tür, und im August 2013 unterzeichnete er einen Plattenvertrag mit Red Bow Records (u.a. ist dort auch Joe Nichols beheimatet). Ohne irgendwelche Zeit zu verschwenden wurde in Windeseile eine EP eingespielt, die ganz schlicht den Namen "Chase Bryant" trägt und fünf Songs enthält. Einer davon ist "Take It On Back", der als Debüt-Single auserkoren wurde. Eine gute Entscheidung. Der rockige Gute-Laune-Track hat bereits Fahrt aufgenommen, und bahnt sich langsam aber stetig seinen Weg noch oben in den Hot Country Songs Charts. Momentan verweilt "Take It On Back" auf Platz 16, doch das Ende der Fahnenstange dürfte da noch lange nicht erreicht sein.

Auch die übrigen vier Songs der EP sind allesamt mehr als vielversprechend und überzeugen mit einem kernigen, traditionell gehaltenen Country-Sound. Noch in diesem Jahr wird Bryant auf Tim McGraws Shotgun Rider Tour als Opening Act die Massen für den Superstar auf Temperatur bringen. Ein große Ehre, und ein weiteres Indiz dafür, dass der 22-jährige auf einem sehr guten Weg zu langfristigem Erfolg ist. Da kann man sich getrost auf das sicherlich bald erscheinende erste Album freuen.

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