Der Rechtsstreit zwischen Lady A und Lady A findet ein Ende

Lady A

In der Sache der Namensrechte von Lady A gibt es keine richterliche Entscheidung

Vor einem Jahr änderte die Gruppe Lady Antebellum ihren Namen in Lady A. Das Problem daran: Anita White trat schon vor Jahrzehnten unter Lady A auf und ein Rechtsstreit begann, der nun sein Ende gefunden hat.

Vor beinahe zwei Jahren, im Juni 2020, wechselte Lady Antebellum den Bandnamen in . Laut der Band war der Grund dafür Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in Amerika und die gesteigerte Aufmerksamkeit auf das Rassenthema führte dazu, dass auch bei Lady Antebellum genauer hingeschaut wurde. Kritiker meldeten sich und deckten auf, dass Antebellum als Name den Rassismus und die Sklaverei im Süden Amerikas verherrliche. Das war laut damaligen Aussagen der Band nicht bewusst, sie entschuldigten sich und der Name Lady A war geboren. Medial begleitet änderte die Band also ihren Namen in Lady A, doch unter Lady A trat bereits ein anderer Act auf.

Dann kam Anita "Lady A" White

An der Namensänderung gab es nur ein Problem: Anita White meldete sich und klärte auf, dass sie seit den 1980er Jahren genau unter eben diesem Namen, Lady A, tausende Male bei Konzerten auftrat und im ganzen Land so bekannt sei. Sie sprach davon, dass die Übernahme ihres langjährigen On-Stage-Namens durch die Band ein Beispiel für ein "reines Privileg" sei. Zudem sprach White aus, was sicherlich einige hinter vorgehaltener Hand dachten. "Wenn es ihnen wichtig gewesen wäre, wäre es ihnen auch schon vorher wichtig gewesen", so die Blues-Sängerin gegenüber dem Rolling Stone. Die Band Lady A und Anita White tauschten sich nach der Kritik aus.

Das Ziel der Band damals war, dass beide Acts den Namen verwenden können. Das Argument der Band war hierfür, dass sie die Abkürzung Lady A ebenfalls schon seit Jahren verwendet hatten und sich "wünschen, dass die Parteien weiterhin koexistieren." Ein netter Gedanke, doch einig wurden sich beide Parteien nicht. Demnach wurden Anwälte konsultiert und ebenfalls gegenüber dem Rolling Stone äußerte sich Bob Celestin, ein Anwalt mit großer Erfahrung im Rechtsgebiet der Musik, dahingehend, dass er gute Chancen für White sehe: "Es geht einzig darum, wer den Namen zu erst genutzt hat." Wenn sie auf den Namen als Warenzeichen eingetragen hat, könne sie die Band direkt verklagen und selbst wenn nicht habe sie, da sie nachweisen könne, den Namen bereits so lange zu verwenden, nach amerikanischer Rechtsprechung ein übergeordnetes Namensrecht.

Nichtsdestotrotz zogen beide Seiten vor Gericht und White freute sich auf ihren Tag vor dem selbigen. Scheinbar wurde sich hier jetzt doch außergerichtlich oder anderweitig geeinigt, denn jetzt wurde sowohl von der Band Lady A als auch von Anita White als Lady A ein Antrag beim Bundesgericht in Nashville eingereicht, der jeweils forderte die Klage der Gegenseite dauerhaft abzuweisen. Ob nun die Namen "weiter koexistieren" oder sich mit Zahlungen von Geldsummen geeinigt wurde, ist nicht bekannt.

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