The Jacket Cover
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Redaktionswertung Film nicht bewertet
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Wenn einer eine Zeitreise tut...
...dann kann ihn das wohl quĂ€len. Jack Starks (Adrien Brody) könnte ein Lied davon singen - wenn er nicht tot wĂ€re. Oder sowas wie tot. Denn er versucht verzweifelt, sein Ende zu verhindern und dabei einige dubiose Handlungslöcher dieses Fantasy-Thrillers mit Bedeutung zu stopfen. Und das kommt so: Im Golfkrieg 1991 schießt dem US-Soldat ein kleiner Junge in den Kopf. Starks ĂŒberlebt, leidet aber fortan unter GedĂ€chtnisschwund. Darum hat er auch keine Ahnung, warum er - zurĂŒck in Amerika - in Vermont neben einem erschossenen Polizisten liegend auf der Straße gefunden wird. Er erinnert sich nur, einer Frau und ihrer Tochter geholfen zu haben, die mit dem Wagen liegengeblieben waren. Die könnten sicher bezeugen, dass er unschuldig ist. Doch das Gericht verurteilt Starks wegen Mordes und ĂŒberfĂŒhrt ihn in eine psychiatrische Anstalt. Damit fĂ€ngt der Irrsinn an, denn Dr. Becker (Kris Kristofferson) hat eigenartige Behandlungsmethoden...

Der Tod steht ihm nicht gut
In Roman Polanskis Holocaust-Drama "Der Pianist" hat sie Adrien Brody 2003 zu Recht den Oscar eingebracht: seine Leidensmiene. DrĂŒckte sie doch das Martyrium eines ganzen Volkes aus. Hier trĂ€gt er die hochgezogenen Augenbrauen und gequĂ€lten GesichtszĂŒge zur Schau wie eine TrophĂ€e. Zugegeben, auch in "The Jacket" macht er viel durch, aber man leidet einfach nicht mit. Zu konfus ist die Story, zu konstruiert wirkt der Plot. Und die Details sind absurd, beispielweise Dr. Beckers Experimente: Er steckt Jack in eine Zwangsjacke, pumpt ihn mit Drogen voll, und schiebt ihn fĂŒr mehrere Stunden in einen Leichenschrank. Bei den andern hat's doch auch geholfen. Jack beamt die Prozedur unerklĂ€rlicherweise ins Jahr 2007, wo er erfĂ€hrt, dass er seit 16 Jahren tot ist! Wieder zurĂŒck im Irrenhaus gilt er mit der Geschichte natĂŒrlich erst recht als bekloppt. Ein Teufelskreis. Von da an ist's ein permantes Hin- und Hergeflirre in der Zeit, dass einem ganz schwindlig wird. Wenigstens findet er in der Zukunft mit der jungen Jackie (Keira Knightley) eine VerbĂŒndete, die ihm glaubt und hilft - und sich als alte Bekannte herausstellt.

ZurĂŒck in die Zukunft
Was fĂŒr Marty McFly in "ZurĂŒck in die Zukunft" der DeLorean war, ist fĂŒr Jack der Schrank im Klapsen-Keller. Nur nimmt sich "The Jacket" viel zu ernst dabei und tut so, als wĂ€re die Erkenntnis am Ende grenzenlos. Dabei gibt der Film vor, mehr zu sein, als er ist und scheitert an seinem eigenen Anspruch. Sogar der Irrenhaus-Klassiker "Einer flog ĂŒber das Kuckucksnest" muss herhalten. NĂŒtzt nichts. Hinter den ambitionierten Bildern verbirgt sich bloß eine weitere Variante des Zeitreise-Themas mit all seinen genre-typischen Verwicklungen. Und die hat man in letzter Zeit bei Psycho-Thrillern wie "IdentitĂ€t" und "Der Butterfly-Effekt" schmuckloser, aber auch weniger aufgeblasen und dafĂŒr bedeutend spannender gesehen. Kris Kristofferson kann in seiner prĂ€gnanten Nebenrolle als Dr. Becker den unterkĂŒhlten Sadismus des "mad scientist" kaum richtig ausspielen. Brodys schreckgeweitete Augen in Großaufnahme (und das penetrante Dialog-Gehauche) verlangen einfach zuviel Aufmerksamkeit.

Fazit: Da mag Adrien Brody noch so sehr leiden und Kris Kristofferson böse gucken - dieser Zeitreise-Schwurbel enttÀuscht trotzdem.

  • Regie und Schauspieler

  • Produktionsinfos

  • Starttermine

Regie Schauspieler Rolle
John Maybury Adrien Brody ... Jack Starks
Keira Knightley ... Jackie Price
Kris Kristofferson ... Dr. Thomas Becker
Jennifer Jason Leigh ... Dr. Beth Lorenson
Kelly Lynch ... Jean Price
BradRenfro ... The Stranger

Studio: Mandalay / Warner Independent (Constantin)

Land: USA, 2005

FSK: frei ab 12 Jahren

Laufzeit: 99 Minuten

Kino: nicht gestartet
DVD: 23. Februar 2006
Pay-TV: 16. April 2007
Free-TV: