CD Cover: Jim Pyle - Turn Myself Around
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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
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Jim Pyle dreht sich einmal um sich selbst: "Turn Myself Around" heißt sein Debüt-Album. Ein passender Titel. Denn der aus Buck Town, Pennsylvania, stammende Sänger und Songschreiber kennt sich aus mit den Windungen und Wendungen und Drehungen im Leben.

Seine Musikkarriere begann, als er für die US-Army in Mannheim diente. In Good Ole Germany lernte er, wie es oft so geht, eine Frau kennen und lieben. Bald waren zwei Kinder da. Und dann ging es mit Sack und Pack zurück in die Staaten. Doch die Ehe hielt nicht, die Frau ging mit den Kids zurück nach Deutschland. Jim Pyle folgte ihr, da er seinen Kindern nahe sein wollte. Kann man verstehen ...
Seit 2004 wohnt er in der Nähe von Darmstadt. Zunächst spielte er in etlichen Rockbands. Mit einer neuen Liebe kam auch eine neue Musikrichtung: Country.

Vermutlich war es für Jim Pyle ein Back to the Roots. Nicht nur, weil er in einer Familie aufwuchs, in der den ganzen Tag Elvis, George Jones, Dolly und Kenny gespielt wurde. Auch weil seine Stimme einfach für soliden Country und Country-Rock gemacht zu sein scheint. Schon die ersten Live-Auftritte brachten ihm Vergleiche mit Toby Keith und Kenny Chesney ein. Solche musikalische Verwandtschaft lässt man sich gerne gefallen. Und, wie "Turn Myself Around" belegt: so abwegig sind diese Vergleiche gar nicht.

Natürlich kann Jim Pyle nicht mit der breitbeinigen Ober-Macker-Attitüde eines Toby Keith konkurrieren. Und auch das sonnengebräunte Karibik-Flair von Kenny Chesney lässt sich, im vergleichsweise grauen Darmstadt nicht so ohne weiteres herstellen. Dafür aber grundsolider, ehrlicher und größtenteils schnörkelloser Country(Rock). Insgesamt 16 Titel hat der Wahl-Germane für sein Debüt drauf gepackt. Eine stattliche Zahl. Vor allem da er neben Masse auch Klasse bietet.

Schon der optimistische Opener "Lotta Livin' Left to Do" gibt den Kurs vor. Ein schöner Old-School-Countrysong. Im Midtempo angelegt und mit einer schönen, sofort ins geneigte Ohr gehenden Hookline. Der nachfolgende Titeltrack nimmt den Faden auf und überzeugt durch eine unangestrengte, tiefenentspannte Atmosphäre. Die weiteren Titel kreuzen im gleichen, ruhigen Fahrwasser. Wenn man ihm etwas vorwerfen möchte, dann, dass er zum CD-Einstieg zu sehr die Betonung auf gemütliche Wellness-Klänge legt.

Mit der Ballade "All Comes Down to Love" schleichen sich dann die ersten Moll-Akkorde ein - und sorgen spontan für mehr Tiefgang und weitere Klangfarben. In den weiteren Songs der CD belegt der im angenehmen Tieftonbereich singende Pyle seine musikalische Bandbreite: er hat den Rock 'n' Roll härterer Gangart ("Nothing to Lose") genauso gut drauf wie grundehrliche Folk-Sounds ("Found My Tomorrow"). Klar, dass ein lebenserfahrener Kerl wie Jim Pyle auch einen Drinking-Song zum Besten geben muss. Das macht er souverän bei "Anchored Down" - was sich perfekt auf "Tequila Town" reimt, wie man schon bald erfährt. Wäre Darmstadt ein paar Breitengrade südlicher und an einem Sandstrand gelegen - er würde noch glatt Jimmy Buffett Konkurrenz machen.

Fazit: Recht traditioneller, grundsolider Country-Rock vom amerikanischen Sänger mit deutschem Wohnsitz.

Label: AGR Television VÖ: 27. Juli 2012

  • Titelliste

01 Lotta Livin' Left to Do 09 Angels in the Sky
02 Turn Myself Around 10 Found My Tomorrow
03 Hope in a Song 11 Behind That Wall
04 Running from the Roses 12 When Its a Woman That Hot
05 All Comes Down to Love 13 Trust Me
06 Call This Home 14 I See You Love
07 Anchored Down in Tequila Town 15 Love a Rainy Night
08 Nothing to Lose 16 Luck Ones