DVD Cover: Robert Plant & The Band Of Joy - Live From the Artists Den
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Redaktionswertung Bewertung: 3,5 Sterne = gut
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Vor genau 30 Jahren begab sich die Rock-Ikone und ehemalige Stimme von Led Zeppelin auf Solo-Pfade. Im Jahr 1994 besann sich Plant dann wieder auf seinen ehemaligen Mitstreiter Jimmy Page und arbeitete bis 1998 mit ihm zusammen. Von da an probierte er einige Formationen aus von denen sich als erfolgreichste das Zusammenspiel mit Alison Krauss herausstellte: Beachtliche fĂŒnf Grammys gab es 2009 fĂŒr das gemeinsame Rock- und Americana-Crossover-Album "Raising Sands". Wie es scheint, hat Plant mit dieser Zusammenarbeit seinen Spaß an Folk- und Americana-KlĂ€ngen gefunden. Und: Er ist trotz vorgerĂŒckten Alters (immerhin Baujahr 1948) immer noch hungrig und neugierig auf neue KlĂ€nge. Ergebnis: 2010 grĂŒndete er die "Band of Joy" zu der Americana-GrĂ¶ĂŸen wie Buddy Miller, Patty Griffin und Darrell Scott gehören. Die erste Liga. Und live erste Sahne?

Aufschluss gibt dieser Mitschnitt der TV-Konzertreihe "Live from the Artists Den" aus dem Jahre 2011 Plant & Co live in Nashville.

Der erste Song ist RĂŒckblick und Ausblick gleichzeitig: "Black Dog", einer der ersten großen Led Zeppelin-Hits - allerdings so neu eingewandet und arrangiert, dass aus dem Metal-Klassiker ein völlig neuer Song wurde: bluesig, erdig, relaxt, voller Pausen und Feeling. Im Verlauf der Show in Nashvilles War Memorial Auditorium prĂ€sentieren Robert Plant & The Band Of Joy insgesamt sechs Led-Zeppelin-Klassiker. Darunter das gefĂŒhlvolle, weniger bekannte "Tangerine" und auch "Rock And Roll", eine Song-Ikone fĂŒr Band und Metal-Genre.

Diese vertraute Hardrock-Kost mit Banjo, Mandoline und Pedal Steel vorgetragen zu hören, ist freilich gewöhnungsbedĂŒrftig. Man meint: das kann nicht zusammen gehen. Man glaubt: hier prallen zwei Kulturkreise aufeinander. Man weiß: genau das ist auch das Spannende daran. Zumal SĂ€nger Robert Plant mit seiner unverkennbaren NebelkrĂ€hen-Stimme zum Mittler und Vermittler des Genre-Transfers wird. Als auffĂ€lligster Sideman avanciert im Laufe der 16 Titel langen Show Gitarrist Buddy Miller. In Americana-Kreisen hat es der einst als "ewiger Geheimtipp" gehandelte Meistermusiker lĂ€ngst zu einer Art "Übervater" gebracht. So hĂ€ufig wurde dem graugelockten HuttrĂ€ger zuletzt auf die Schultern geklopft, dass man Sorge um sein KnochengerĂŒst haben könnte. Robert Plant weiß natĂŒrlich auch die Dienste und FĂ€higkeiten von Buddy Miller zu wĂŒrdigen. Deshalb stattet er ihn bei der Show auch mit reichlich musikalischen FreirĂ€umen aus - die dieser natĂŒrlich aufs Beste zu nutzen versteht.

Interessant: die Aura des Rock-Dinos motiviert offenbar auch den alten Folkie zu einer wesentlich robusteren Spielweise. Selbst Wah-Wah-Pedale werden gedrĂŒckt und so manches Soli driftet rockig in luftige Frequenzen. Den Kontrapunkt hierzu setzt die dunkle, druckvolle Stimme von Patty Griffin. MĂŒhelos gelingt es der hoch gelobten SĂ€ngerin und Songschreiberin - acht Solo-Alben gehen auf ihr Konto - sich in diesen Crossover-Bandkontext einzulassen. Und Plant wiederum ĂŒberlĂ€sst ihr öfters die Lead-Vocals. Zum Beispiel bei dem herrlichen Folk-Titel "Move Up". Hier zeigt Robert Plant, was er an der Blues-Harp drauf hat. Es ist: eine ganze Menge. Respekt!

Da eine DVD auch etwas fĂŒr das Auge sein soll, lassen sich einige Defizite dieser Veröffentlichung nicht verbergen. Das liegt vor allem daran, dass sich das gesamte BĂŒhnenbild wenig abwechslungsreich gestaltet. GefĂŒhlt alle zwei Minuten kommt es zu einem leichten Farbwechsel, das erscheint nicht sehr dynamisch. Man erwartet bei diesem Musikstill sicher keine pyrotechnischen Einlagen, aber etwas mehr visuelle Abwechslung dĂŒrfte schon sein. Auch von der eigentlich tollen Konzertlocation hĂ€lt die Kamera nur wenige Bilder bereit. Schade, hier wĂ€re mehr auch mehr Zuschauspaß gewesen. Nachdem sich auch Gevatter Plant mit ausufernder BĂŒhnenchoreografie maximal zurĂŒckhĂ€lt, fragt sich der geneigte Seher/Hörer: warum eine DVD? WĂ€re eine Live-CD nicht ausreichend gewesen? Nicht falsch verstehen, Songs und Musik sind fein und hörenswert. Aber man benötigt dafĂŒr keinen Fernseher oder Computerbildschirm. Immerhin hĂ€lt die DVD noch ein paar Bonus-Features bereit: ein Interview mit Robert Plant, eine Bilder-Galerie, eine Doku und ein "About" The Artists Den.

Fazit: Klar, die Damen und Herren können etwas. Allerdings verlegen sie sich fast völlig auf die Musik. Etwas mehr Show und mehr fĂŒrs Auge hĂ€tte der DVD schon gut getan.Dixie Chicks

Sound: Dolby Digital Stereo/DSS 5.1; Bild: 16:9; LĂ€ndercode: 0; Laufzeit: 77 Minuten
Label: Artist Den (Universal)
VÖ: 6. Juli 2012

  • Titelliste

01 Intro 11 Move Up
02 Black Dog 12 Down to The Sea
03 Angel Dance 13 Ramble On
04 Houses of The Holy 14 Gallows Pole
05 House of Cards 15 In The Mood
06 Cindy, I'll Marry You Someday 16 Rock And Roll
07 Satan Your Kingdom Must Come Down 17 I Bid You Goodnight
08 Somewhere Trouble Don't Go 18 End Credits
09 Tangerine 19 Bonus Features: Interview
10 A Satisfied Mind 20 Bonus Features: Inside The Artists Den (Dokumentation)