CD Cover: Chris Cagle - Back in the Saddle
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Redaktionswertung Bewertung: 3,5 Sterne = gut
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Streit unter Alkohol- und Drogeneinfluss oder Pöbeleien mit Fans - Chris Cagle hat in den letzten Jahren weniger musikalisch fĂŒr Schlagzeilen gesorgt. Um so erstaunlicher ist es, dass der 43-JĂ€hrige fĂŒr sein erstes Album nach vier Jahren trotzdem die Top-Musiker der Szene und obendrauf sogar Star-Produzent Keith Stegall fĂŒr die Aufnahmen zu seinem Comeback-Album "Back in the Saddle" gewinnen konnte.

"Got My Country On" war schon im Herbst 2011 der energiegeladene und rockige Vorbote der neuen Platte und avancierte erst vor kurzem zum ersten Top-15-Hit fĂŒr Cagle seit mehr als vier Jahren. Es scheint fast so, als wĂ€re der SĂ€nger SĂ€nger nie weg gewesen. Auch in punkto Musik klingt vieles vertraut. NatĂŒrlich die unverwechselbare Stimme, aber auch den Sound hat sein neuer Produzent (Cagle arbeitete sonst primĂ€r mit Scott Hendricks) nicht großartig verĂ€ndert. Einen Unterschied zum VorgĂ€nger-Werk "My LifeÂŽs Been A Country Song" gibt es allerdings schon. So nutzte Cagle damals ausschließlich Fremd-Kompositionen, jetzt ist der SĂ€nger und Gitarrist bei fĂŒnf der elf Nummern am Songwriting beteiligt gewesen.

"Let There Be Cowgirls" ist die zweite Single, die fast genau so wuchtig und rockig rĂŒberkommt, wie "Got My Country On". Unweigerlich werden da Erinnerungen an frĂŒhere Hits wie "Country By The Grace of God" oder "Chicks Dig It" wach. Country auf dem Weg zum Hardrock? Cagle, zu dessen Kumpels auch SĂ€nger Bret Michaels von den Party-Hardrockern Poison gehört, hat schon immer gern krĂ€ftig gerockt - das hat sich also mit den Jahren nicht geĂ€ndert. Ähnlich hĂ€rteres Material gibt es auf dem neuen Rundling noch mit "Now I Know What Mama Meant" und dem allerdings weniger spannenden "When Will My Lover Come Around". Cagle selbst bezeichnet diese Titel in der rockigeren Gangart ĂŒbrigens selbst gern als "redneck rock 'n' roll". Manchmal sind dabei die Gitarren vielleicht eine Spur zu laut, aber unter dem Strich ist hier alles noch im grĂŒnen Bereich.

Es geht aber auch ruhiger. "Something That Wild" ist so ein klassisch-schöner Midtempo-Mainstream-Radiohit, der einen hohen Wiedererkennungswert hat - Ă€hnlich wie der frĂŒhere Erfolg "What A Beautiful Day". Noch softer zeigt sich der stolze Vater von drei Töchtern bei "Dance Baby Dance". Das StĂŒck, welches Cagle mit den BrĂŒdern Brad und Brett Warren geschrieben hat, schildert die Freunde, aber auch nachdenkliche Gedanken eines Vaters, der seine Kinder beim Großwerden begleitet - also quasi seine Version von "Then They Do" (Trace Adkins). Autobiografisches steckt zudem in "Southern Girl", welches eine rĂŒhrende LiebeserklĂ€rung an seine Frau Kay ist, die man dem manchmal so lauten Rocker kaum zugetraut hĂ€tte.

Bei der weiteren Lobeshymne - diesmal gerichtet an das Leben auf dem Land und die damit verbundenen Werte - lĂ€sst es der Besitzer einer Ranch in Oklahoma doch wieder etwas lauter angehen. Cagle ist stolz, die Heimat seiner Familie, die "Big Horse Ranch", selbst aufgebaut zu haben und das hört man "I'll Grow My Own" an. Von seiner anderen emotionalen Seite zeigt sich der 43-JĂ€hrige wiederum bei der feinfĂŒhlenden Ballade "Probably Just Time", bei der es darum geht, Fehler aus der Vergangenheit zu verarbeiten - und damit kennt sich Cagle ja nun aus.

Fazit: Chris Cagle ist zurĂŒck! Manchmal sehr rockig, aber auch mit dem richtigen GespĂŒr fĂŒr leisere Zwischentöne liefert das offenbar gereifte Familienoberhaupt ein solides Album ab.

Label: Bigger Picture (in Deutschland nicht veröffentlicht) VÖ: 26. Juni 2012

  • Titelliste

01 Got My Country On 07 Southern gGrl
02 I'll Grow My Own 08 Probably Just Time
03 Something That Wild 09 Thank God She Left The Whiskey
04 Let There Be Cowgirls 10 Now I Know That Mama Meant
05 Dance Baby Dance 11 Just Enough
06 When Will My Lover Come Around
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