Willie Nelson - December Day


CD Cover: Tedeschi Trucks Band - Everybody's Talkin'
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RedaktionswertungBewertung: 5 Sterne = Meisterwerk
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In 2010 haben sich der langjährige Allman Brothers Gitarrist Derek Trucks und die Blues-Sängerin und -Gitarristin Susan Tedeschi zusammen getan. Nicht nur privat - die beiden sind verheiratet - auch musikalisch. Resultat: die Tedeschi Trucks Band. Die Folge: grandiose Kritiken, ein Grammy für das Debüt-Album "Revelator" (2011) in der Kategorie "Blues" und viele, viele grandiose Konzerte.

Was die elfköpfige, im sonnigen Florida angesiedelte Band auf die Bühne zu bringen vermag, dokumentiert jetzt die Live-Doppel-CD "Live- Everybody’s Talkin'". Zwei Alben aber nur insgesamt elf Titel. Das zeigt, wie sehr sich die beiden und ihre kompetenten Mitstreiter bei ihren Interpretationen Zeit lassen. Zeit für Soli, Zeit für Pausen und Spannungsbögen. Zeit für dynamische Prozesse, die durchaus mal episch ausfallen können.

Wie muss man sich die Musik dieses talentierten Ehepaares vorstellen? In etwa so, wie wenn Bonnie Raitt, in manchen Momenten denkt man auch das Janis Joplin, bei den Allman Brothers singen würde. Keine schlechte Kombi, oder?
Natürlich ist diese sessionartige, bisweilen auch experimentierfreudige Live-Herangehensweise alles andere als hip. Es ist sogar purer Anachronismus. Doch wen schert das? Susan Tedeschi und Derek Trucks offenbar zu keiner Note. Mit Genuss und Hingabe und einer seltenen Leidenschaft zerlegen sie gut abgehangene Blues-Klassiker wie "Rollin' And Tumblin'" (aus der Feder von Elmore James), John Sebastians "Darling Be Home Soon", den Soul-Evergreen von Stevie Wonder "Uptight" oder das jazzige "That Did It" von Pearl Woods.

Starke Songs. Doch ihr eigenes Material kann da jederzeit mithalten. Man nehme nur "Learn How to Love". Auf über zehn Minuten brennt die Band ein Blues-Rock-Feuerwerk der Extraklasse ab- inklusive an Hendrix erinnernde Riffs, Slide- und Sax-Soli. Etwas ruhiger und sehr stark an Bonnie Raitt erinnernd fällt "Bound For Glory" aus. Grandios erneut die dynamischen Schwankungen. Sie sorgen bei dem über 13-minütigen Titel für ein Wechselbad der Gefühle.

Weit zurück in Derek Trucks Biografie verweist das elfminütige "Midnight In Harlem (Swamp Raga Intro With Little Martha)". Ein Song, den vor vielen Jahren Mike Mattison, Derek Trucks und ein gewisser Duane Allman geschrieben haben. Wie viel wissen werden ist Duane Allman 1971 gestorben. Sein Vermächtnis an Songs und Slide-Soli ist bis heute jedoch in bester Erinnerung- auch Dank seines ehemaligen, bis heute enorm vitalen Mitstreiters Derek Trucks.

Wer auf straffe, formatradio-kompatible Songs steht, sollte um diese Doppel-CD einen großen Bogen machen. Wer allerdings ausufernde, improvisierfreudige Musikalität zu schätzen weiß, wird an diesem Live-Mitschnitt seine pure Freude haben. Etwas Blues-Blut sollte allerdings schon in den Adern fließen ...

Fazit: Ein Live-Mitschnitt der die enorme Musikalität der Tedeschi Trucks Band eindrucksvoll unter Beweis stellt: Blues und Southern-Blues vom Feinsten. Die Wiedergeburt der Allman Brothers Band.

Label: Masterworks (Sony)VÖ: 25. Mai 2012

  • Titelliste CD 1

  • Titelliste CD 2

01Everybody's Talkin'05Rollin' And Tumblin'
02Midnight In Harlem (Swamp Raga Intromit Little Martha)06Nobody's Free
03Learn How to Love07Darling Be Home Soon (mitSauders Sermons, Mike Mattison & MarkRivers)
04Bound For Glory


01That Did It03Love Has Something Else to Say (with Kissing My Love)
02Uptight04Wade In The Water