CD Cover: Don Williams - And So It Goes
CD bei Amazon bestellen
CD bei JPC bestellen
Album bei iTunes herunterladen
Leider nicht verfĂŒgbar
Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
Userwertung 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1

Was Neues von Don Williams. Das ist doch schon mal eine kleine Sensation. NatĂŒrlich nur eine leise. Schließlich gilt der 1939 in Texas geborene SĂ€nger und Songschreiber als "The Gentle Giant of Country Music". Also: Der Mann fĂŒr gewisse Stunden. Ein Romantiker. Ein FrauenflĂŒsterer. Und das ist er auch noch mit seinen 73 Lenzen, wie "And So It Goes" belegt.

Seine ganz große Zeit hatte der graubĂ€rtige Charmeur in den spĂ€ten 70er und in den 80er Jahren. Mit Hits wie "Some Broken Hearts Never Mend", "I Believe In You" und "Listen to The Radio" versorgte er das Country-Genre mit mehrheitsfĂ€higen, sansoweichen Songs und herzerweichenden Emotionen. Er legte eine stattliche Serie von Top-Hits hin. Gegen Mitte der 90er Jahre wurde es aber dann nach zwei, drei Flopps schlagartig ruhig um den Country-WeichspĂŒler. Seine Zeit war offenbar um.

Acht Jahre nach "My Heart to You", mit dem er nur auf wenig Resonanz stieß, versucht Don Williams die Uhren zurĂŒck zu drehen. Wieder dimmt er das Licht ganz weit runter, wieder zĂ€hlt der Drummer Songs im gemĂ€ĂŸigten Tempo ein - und wieder erzĂ€hlt und singt Don Williams von der Liebe, von Herz und Schmerz, von Frauen und von der Musik. Wer ihn frĂŒher schon gerne gehört hat, wird deshalb auch an "And So It Goes" seine Freude haben. Die ihn noch nie so recht mochten wird wohl auch kaum versöhnen, dass sich der Großmeister der großen GefĂŒhle einige angesagte Namen ins Studio holte: Mit Alison Krauss teilt er sich das Mikro bei "I Just Come Here For The Music" - das kann natĂŒrlich nicht schief gehen: Er, der sanfte, galante VerfĂŒhrer; sie, die wunderbare, engelsgleiche SĂ€ngerin mit eingebauter GĂ€nsehaut-Garantie. NatĂŒrlich ein Highlight der CD. Keith Urban tritt dagegen nicht so offenkundig in Erscheinung. Bei dem gemĂŒtlichen, sehr traditionellen, etwas keltisch angehauchten "Imagine That" steuert er Harmony Vocals bei; bei "She's With Me" greift er in die Gitarrensaiten. Das macht bei dieser Tim und Don Williams-Komposition - natĂŒrlich ein Mega-Schleicher - auch Vince Gill. Er setzt mit seinem Solo ein weiteres Glanzlicht.

Dass es sich Vince Gill nicht nehmen lÀsst, bei dieser CD mitzuwirken, versteht sich fast von selbst. Zwei absolute KoryphÀen der leisen Töne, zwei grandiose BalladensÀnger. Neben "She's With Me" lÀsst der nette Vince seine Resi-Schmelz-Stimme auch noch bei "Heart of Hearts" und beim bereits erwÀhnten "Imagine That" erklingen.

Bevor der geneigte Hörer das Licht aber ganz löscht und in selige TrĂ€ume abgleitet, zieht Williams schon ab und an mal Tempo und Gangart etwas an. "What If It Worked Like That" ist ein gemĂ€ĂŸigter Country-Rocker, natĂŒrlich sehr melodiös und einfĂŒhlsam und mit dem klimpernden Piano und der schrammelnden Geige ganz auf Nostalgie gebĂŒrstet.

Überhaupt erscheinen SĂ€nger und CD aus der Zeit gefallen zu sein. Diese Musik ist in ihrer Machart so etwas von unhipp, dass es vielleicht schon wieder hip ist.

Fazit: Wo Don Williams drauf steht, ist Kuschel-Sound drin. Das gilt auch fĂŒr das neue Werk des sympathischen Leisetreters.

Label: Sugar Hill (EMI) VÖ: 27. April 2012

  • Titelliste

01 Better Than Today 06 What If It Worked Like That
02 Heart of Hearts 07 She's a Natural
03 She's With Me 08 Imagine That
04 I Just Come Here for the Music (mit Alison Krauss) 09 First Fool in Line
05 Infinity 10 And So It Goes