Deborah Allen

Die Sängerin und Songschreiberin Deborah Allen erfährt neue Anerkennung für die Songs von gestern und startet ihre Karriere mit moderner Aufnahmetechnik neu.
Im Jahre 2011 bestätigte BMI, dass ihr Pop-/Crossover-Smash-Hit "Baby I Lied" (geschrieben von Allen, Rory Bourke und Rafe Van Hoy) aus dem Jahr 1983 über 2 Millionen Mal abgespielt wurde. Zudem bestätigte die Gesellschaft für Verwertungsrechte, dass vier weitere Allen-Songs mehr als 1 Million Mal gespielt wurden: "I'm Only in It for the Love" von John Conlee, "Let's Stop Talkin' About It" von Janie Fricke, "Hurt Me Bad in a Real Good Way" von Patty Loveless sowie "Can I See You Tonight" von Tanya Tucker.

Diese Anerkennung kommt ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, zu dem Allen sich auf die zwölf neuen Song für "Hear Me Now" konzentriert, ihre erste neue Zusammenstellung von Country-Songs in über zehn Jahren. Ihre früheren Werke waren bei großen Labels erschienen, das neue kam jedoch im August bei Delta Rock Records heraus, einem von ihrem Manager und Ehemann Raymond Hicks gegründeten und betriebenen Indie-Label.

"Damals wusste ich es nicht besser", so Allen. "Die großen Labels hatten den Vorteil, dass viel Geld für Marketing zur Verfügung stand. Doch in Zeiten des Internet gibt es für unabhängige Künstler deutlich bessere Möglichkeiten. Es war, als wäre eine unsichtbare Wand eingerissen worden. Für mich ist das Internet eine phantastische Chance für kleinere Plattenlabels, die früheren Hindernisse zu überwinden."

"Veränderungen sind etwas Gutes", fügt Hicks hinzu. "Das Unbekannte ist spannend, selbst wenn der Weg oft steinig ist. Auf unwegsamem Gelände hat jeder eine Chance."

Und am 8. Januar, dem Geburtstag von Elvis Presley, nutzte sie das Internet zur Bekanntgabe ihres Wettbewerbs Amazing Graceland Contest auf AmazingGracelandContest.com. "Amazing Graceland" ist ein Tribut an Elvis, das auf "Hear Me Now" zu hören ist und von Allen allein verfasst wurde. Elvis Presley Enterprises berichtete auf der offiziellen Elvis-Facebookseite über den Song und den Wettbewerb. Zudem kündigte sie den Wettbewerb auf dem Elvis-Radiosender SiriusXM an. Der Sieger wird Mitte April bekannt gegeben und gewinnt eine Reise nach Memphis und Graceland während der Elvis-Presley-Woche im August sowie eine Gibson-Gitarre und weitere Preise.

Deborah Allen

"Wie man da neue Freunde gewinnen kann!" schreit sie freudenvoll. "Allein auf Facebook hat Elvis mehr als 5 Millionen Fans. Gäbe es das Internet nicht, wäre ich mit diesen niemals in Kontakt gekommen."

Für Allen, gebürtig aus Memphis, Tennessee, waren die Musik und das Vermächtnis von Elvis ein wichtiger Teil ihrer Jugend. "Er war immer unter uns", erinnert sie sich. "Er war wirklich unser Lokalheld. Meine Eltern haben sogar den Innenraum von Elvis' erstem Tourbus ausgestattet und gestaltet. Meine Schwester und ich haben in diesem Bus kampiert und darin übernachtet! Heute muss ich laut lachen, wenn ich erzähle: 'Ja, ich habe in Elvis' Bett geschlafen.' Aber ich war damals drei Jahre alt, und er war nicht dabei!"

Trotz dieser Verbindung betrat Allen Graceland erst 2009 zum ersten Mal, als sie für eine Privatveranstaltung in der Nähe der berühmten Sehenswürdigkeit gebucht wurde. "Wir konnten den ganzen Abend in Graceland verbringen", berichtet sie. "Als ich zum ersten Mal den Fuß über die Schwelle setzte, schlug mich die Atmosphäre in ihren Bann. In jedem Zimmer wurde das Gefühl stärker und stärker. Auf der Rückfahrt nach Nashville mit Raymond musste ich die ganze Zeit denken: 'Das war unglaublich!' Als wir Nashville erreicht hatten, hatte ich die Idee zu "Amazing Graceland" und rief: 'Ich muss ins Haus!' Ich setzte mich hin und schrieb den Song. Es war, als hätte sich der Himmel geöffnet und mir diese Eingebung geschenkt."

Allen begann ihre Bühnenkarriere in Memphis, träumte jedoch schon als Teenager davon, ein Star in Nashville zu werden. Zu ihren ersten Freunden in Nashville zählte Songwriter-Legende Bobby Braddock, ein Mitglied der CMA Country Music Hall of Fame, der drei der Songs auf "Hear Me Now" produzierte.

"Ich war von Anfang an ein Fan und bin es immer noch", so Braddock. "Wir sind uns erstmals auf einer Party begegnet, als sie knapp zwanzig war. Sie war damals schon genauso enthusiastisch und lebhaft wie heute. Mein erster Eindruck war: 'Wow, was für ein tolles Mädchen!' Im Laufe der Nacht musste ich beeindruckt feststellen, wie sie singen und schreiben konnte. Besonders bemerkenswert war, als sie sich auf den Boden setzte und anfing, mit ihrer unvergesslichen Stimme a cappella zu singen. Es war ein Song, den sie über ihre Mutter und ihren Vater verfasst hatte. Sie ist eine erstklassige Musikerin, spielt richtig gut Akustikgitarre. Ich selbst spiele Klavier und beneide sie um ihr perfektes Taktgefühl und die starke linke Hand auf der Tastatur. Und wenn man mit ihr schreibt, ist sie sehr einnehmend und lässt einen an allem teilhaben, das ihr in den Sinn kommt. Als Co-Autorin scheut sie nicht davor zurück, auch schwere Brocken in Angriff zu nehmen."

Zwei der Songs auf "Hear Me Now", die sie geschrieben und produziert hat, sind bereits als Singles erschienen. Beide sind schnelle Titel: "Anything Other Than Love" (Allen und Gary Burr) und "It Better Be Big" (Allen und Callie Champion). Die Ballade auf dem Album, "Deeper Water" (Allen und Gary Nicholson), wurde in einer Dokumentation über das Therapieprogramm Underwater Warriors verwendet.

Wieso ist seit Allens letztem Album "Memphis Princess" aus dem Jahr 2006 so viel Zeit ins Land gegangen? "Es stimmt schon, ich bringe nicht jedes Jahr eine Platte heraus", räumt Allein ein. "Aber ich schreibe jeden Tag, und ich bin auch viel im Studio. Das Schreiben von Songs ist ein dauerhafter Prozess. Ich habe ständig Ideen. Und ich werde das immer genießen. Ich habe unzählige Werke, die noch niemand gehört hat. Auch deshalb bin ich so froh über die Möglichkeiten, die das Internet eröffnet. In Zukunft werden viele dieser Titel ihren Weg in die Öffentlichkeit finden."
Mittlerweile hat Allen über 1.600 Songs verfasst, von denen 27 als Country-Singles in den Billboard-Charts waren. Wie ihr Freund Braddock ist auch sie nach vielen Jahren noch erstaunlich produktiv.

"Letzten Sommer saß ich eines Nachmittags mit Kix Brooks zum Schreiben zusammen", berichtet sie. "Er erzählte von seinen Kindern und der Kreativität seiner Tochter Molly. Er fragte mich: 'Hast du schon mal ihre Bilder gesehen?' Ich sah sie mir an, und mir ging ein Licht auf: 'Oh mein Gott, vielleicht ist es genau das, was mir noch zu meinem Buch fehlt!'"

Die Synchronizität war nicht zu leugnen. Allen hatte 1986 - in dem Jahr, in dem Molly Brooks geboren wurde… und zwar am Heiligabend - ein Kinderbuch verfasst: Der einsamste Weihnachtsbaum. Schon bald arbeiteten die beiden zusammen. Das Ergebnis, ein 54-seitiger Hardcoverband mit der Geschichte über einen einsamen Weihnachtsbaum, der von Baumaßnahmen bedroht wird, erschien gerade so, dass Allen am 3. Dezember in der Country Music Hall of Fame and Museum eine Signierstunde und ein improvisiertes Akustikkonzert abhalten konnte.

Allens Kreativität beschränkt sich allerdings nicht auf Gesang, Songs schreiben, Produzieren, Bühnenauftritte, Plattenaufnahmen und Bücherschreiben. 2006 wirkte sie in einer Nashville-Produktion des Musicals "Pump Boys and Dinettes" mit. Zudem hat sie verschiedene Alter Egos: "Adrian Rose" ist eine sexy blonde Jazzsängerin, die 2002 eine CD mit Popstandards unter dem Titel "Nothing but Pearls" herausbrachte, ganz im Stil von Billie Holiday mit einer unglaublichen erfundenen Biografie. ("Ihre Mutter Estar Pearl war eine Sängerin aus Paris, die in eine Jazzgemeinde in den Südstaaten der USA zog, um ihre Karriere zu fördern. … Leider suchte Estar ein bislang ungeklärtes Schicksal heim, so dass Adrian im Alter von nur 3 Monaten zur Waise wurde.") "Rosetta Posey" ist eine lebhafte Hillbilly-Musikerin, die manchmal in der Tootsies Orchid Lounge in der Innenstadt von Nashville auftritt. "Sister Leona Love" schließlich ist eine schrullige, redefreudige Gospelpredigerin.

Bobby Braddock fasst die Überschwänglichkeit seiner Freundin und ihre ständige Suche nach neuen Möglichkeiten, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen, treffend zusammen: "Ihr Temperament ist einfach nicht zu bändigen, und ihr Talent nimmt ständig zu und wird immer größer."

Deborah Allen ist am 13. Juli 2012 im Four Corners in Untermeitingen live auf der Bühne, um ihre schönsten Songs vorzustellen. (Terminkalender)

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