CD Cover: Tim McGraw - Emotional Traffic
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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
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Selten d├╝rfte sich Tim McGraw so ├╝ber einen Hit gefreut haben, wie derzeit ├╝ber seinen inzwischen mit Gold ausgezeichneten Chartst├╝rmer "Felt Good On My Lips" doch, dass er immer noch das Zeug f├╝r die Pole Position in der Hitliste hat. Das wird auch seine langj├Ąhrige Plattenfirma anerkennen m├╝ssen, die dem K├╝nstler vorgeworfen hatte, mit den Songs auf "Emotional Traffic" kein neues Werk abgeliefert zu haben. So sollen die St├╝cke schon seit Ende 2010 fertig gewesen sein - sie wurden allerdings vom Label nicht ver├Âffentlicht.

Wirft man einen Blick auf die Copyrights der Songs, stellt sich heraus, dass f├╝nf der zw├Âlf Nummern sogar aus dem Jahr 2012 stammen sollen?! Wie dem auch sein, die Fotos im Beiheft passen auf jeden Fall nicht zum derzeitigen Hit, weil sie den S├Ąnger alles andere als positiv oder gar euphorisch zeigen. So guckt der Superstar nachdenklich durch das Fenster in den Regen oder sitzt allein auf einem Ledersessel im Dunklen. Eine Szenerie, die also eher zum Titel der CD passt. Die Texte der Songs sucht man im Booklett leider vergeblich.

Fakt ist aber, dass die CD trotzdem Liedgut mitbringt, das den Konsumenten in gute Laune versetzen kann. Allerdings setzt McGraw weiterhin auf kontrollierte - sprich erwachsenere - Emotionsausbr├╝che. Der Mann ist ja auch keine 25 mehr und die unbek├╝mmerten Zeiten von "I Like It, I Love It" sind l├Ąngst vorbei. So ist der von den versierten Songschreibern Brett Warren, Brad Warren, Brett Beavers und Jim Beavers entworfene Ohrwurm "Felt Good On My Lips" mit seinem feinen sing-along-Chorus schon eine der fr├Âhlichsten Nummern des Albums. Ein typischer McGraw-Hit eben.

"One Part, Two Part" kommt sogar noch eine Spur locker-flockiger daher, was wohl auch daran liegt, dass McGraw bei der Nummer, die urspr├╝nglich schon aus dem Jahr 1969 stammt, von seiner Gattin Faith Hill die gewohnt versierte, stimmliche Unterst├╝tzung erh├Ąlt. Das soulig-poppige Ergebnis ist ein hei├čer Kandidat f├╝r einen potentiellen Sommerhit 2012. Qualit├Ąten f├╝r die Tanzfl├Ąche bringt auch "Hey Now" mit. Obwohl es sich bei dem Track weniger um klassische Country Music handelt, sondern eher um einen funky angehauchten R&B-Song - nur eben mit echten Instrumenten ausgestattet.

Mit anderen Genres flirtet der Platin-Million├Ąr aus Lousiana immer wieder gern. Nach dem gew├Âhnungsbed├╝rftigen Chartbreaker "Over And Over" mit Nelly hat sich Tim McGraw diesmal R&B-Experten Ne-Yo ins Studio bestellt. Das Resultat aber um einiges leichter zug├Ąnglich ausgefallen. So erinnert das unaufgeregte "Only Human" eher an "She Goes All The Way" - der Zusammenarbeit der Rascal Flatts mit Jamie Foxx. Nett, aber sicher kein Volltreffer, weil zu altbacken im 80er Jahre Stil.

"Better Than I Used to Be" d├╝rfte Countryfans schon durch die 2010er Version von Sammy Kershaw, aus dem gleichnamigen Album, bekannt sein. Auch McGraw macht bei der klassischer angelegten Ballade aus der Feder von Bryan Simpson und Ashley Gorley nichts falsch. Was keine gro├če ├ťberraschung ist, denn er ist beim Interpretieren von Fremdsongs seit etlichen Jahren eine Klasse f├╝r sich. Trotzdem hat er sich nicht lumpen lassen und ergattert bei "I Will Not Fall Down" sogar einen einzigen Co-Songwriter-Credit. Dazu waren die Br├╝der Brett und Brad Warren sowie Martina McBride an der Entstehung des Country-Rockers beteiligt.

Schon fast zur McGraw-Gewohnheit haben sich St├╝cke mit "Jesus" im Titel entwickelt. Nach "I'm Only Jesus" oder "Drugs or Jesus" gibt es 2012 nun den "Touchdown Jesus". Ist aber klar, dass es dabei nicht um Football geht, oder? Aus der bew├Ąhrten Songschmiede von Rhett Akins, Dallas Davidson und Ben Hayslip kommt diesmal keine Ballade, sondern ein gro├č inszenierter Stadion-Beschaller, der gut rockt, aber unter dem Strich nichts wirklich neues bietet.

Fazit: Ein paar starke Tracks sowie leichte Flirts mit anderen Genres werden der Popularit├Ąt von Tim McGraw sicher nicht schaden. Trotzdem ist es nicht, wie der Aufkleber auf der H├╝lle verspricht, sein bestes Album.

Label: Curb (Warner) V├ľ: 30. M├Ąrz 2012

  • Titelliste

01 Halo 07 Touchdown Jesus
02 Right Back Atcha Babe 08 The One That Got Away
03 One Part, Two Part 09 Felt Good On My Lips
04 I Will Not Fall Down 10 Hey Now
05 The One 11 Only Human (mit Ne-Yo)
06 Better Than I Used to Be 12 Die By My Own Hand
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