CD Cover: Brantley Gilbert - Modern Day Prodigal Son
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Redaktionswertung Bewertung: 3,5 Sterne = gut
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Brantley Gilbert - da war doch was?! Stimmt, erst vor einigen Wochen legte das neue Album des Sängers aus Georgia einen superguten Verkaufsstart hin und katapultierte sich gleich bis fast ganz oben in die Country-Charts. Wann, wenn nicht jetzt, wäre also eine gute Gelegenheit, das bereits 2009 entstandene Erstlingswerk des Songschreibers noch einmal auf den Markt zu bringen, welches nach seiner ersten Veröffentlichung auf einem kleinen Label keinen großen Bekanntheitsgrad erreichen konnte.

13 Songs finden sich auf "A Modern Day Prodigal Son" - alle sind ganz allein von Brantley Gilbert verfasst worden. Aha - die Freude am Songwriting ist also nicht erst mit dem derzeitigen Erfolg entstanden. Schön. Musikalisch zeigt uns die CD einen Gilbert, der mit dem teilweise wild zur Sache gehenden Rocker von "Halfway To Heaven" nicht allzu viel zu tun hat. So sind es hier in erster Linie sanfte, akustische Balladen, die einen positiven Eindruck hinterlassen. "Whenever We're Alone" ist so ein intimes Liebeslied, welches als Zugabe nach einem wilden Konzert bestens funktionieren würde, um die Fans wieder auf den Boden zu holen. Damit nicht genug, denn der Refrain lässt sich wunderbar mitsingen und erinnert so schon fast an Garth Brooks-Hymnen á la "Unanswered Prayers". "Picture On The Dashboard", "The Best Of Me", "Play That Song", "Indiana's Angel" sowie der Titeltrack "A Modern Day Prodigal Son" tendieren eindeutig in eine ähnliche Richtung. So viel Gefühl bis hin zur Verletzlichkeit hätte man dem Sänger nach Stücken wie "Hell On Wheels" (von "Halfway To Heaven") wohl kaum zugetraut.

"Freshman Year" hat als Opener natürlich mehr Drall und Druck als die vielen Balladen. Der Song über die erste Liebe während der Highschool-Zeit ist ein netter, kleiner Rocker und ein typischer Vertreter des Independent-Country. Also eigentlich ganz gut, aber trotzdem einiges davon entfernt, ein wirklicher Hit zu sein. Selbiges trifft auch auf "What´s Left Of A Small Town" zu. Eine sympathische Geschichte über das Ende einer Kleinstadt, die von Gilbert trotz aller Veränderungen als immer geliebte Heimat angesehen werden wird. Schöner Song mit gutem Songwriting, dem eben nur das i-Tüpfelchen fehlt.

Partytaugliche Rocker finden sich ebenfalls auf dem Erstling, doch damit kann Gilbert, die Menschen, die sein aktuelles Album vorliegen haben, nicht vom Barhocker schubsen. Songs wie "Live It Up", "C.R.I.T.S" und "Rock This Town" sind dabei gar nicht so übel, leiden aber unter einer teilweise recht mauen Produktion, die den Nummern nicht die Power verleiht, nach der sie eigentlich verlangen. Unter dem Uptempo-Material findet sich auch "My Kinda Party" die Nummer, die für Jason Aldean zum No.1-Hit wurde. Gegen dessen Neuauflage klingt die ursprüngliche Version recht unauffällig. Klar, ist das Stück in der Urfassung ein Rock-Song, aber an die vor Energie nur so strotzende Aldean-Fassung kommt das Lied trotz eines wirklich furiosen Gitarrensolos nicht heran.

Fazit: Wer sein neues Album kennt, dürfte hier einen ganz anderen Brantley Gilbert entdecken. Hier zeigt er sein Können besonders bei den ruhigen Balladen - ein echter Kontrast zum so erfolgreichen Nachfolger.

Brantley Gilbert
Label: Valory (in Deutschland nicht veröffentlicht) VÖ: 18. Oktober 2011

  • Titelliste


01 Freshman Year 08 Live It Up
02 What's Left of A Small Town 09 Friday Night
03 G.R.I.T.S. 10 Indiana's Angel
04 Whenever We're Alone 11 Rock This Town
05 The Best of Me 12 Picture On The Dashboard
06 My Kinda Party 13 Me That Song
07 A Modern Day Prodigal Son

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