CD Cover: Madison Violet - The Good In Goodbye
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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
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Dass das oftmals abwertend klingende "tingeln" durchaus Erfolg bringen kann, daf√ľr sind die kanadischen Singer-Songwriterinnen Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac, besser bekannt als Madison Violet,ein gutes Beispiel. Die beiden Freundinnen reisen (in der Regel in Begleitung einer kleinen Band) seit 11 Jahren fast pausenlos um die Welt. Heute sind Madison Violet f√ľr Liebhaber von Alternative Country, Akustik-Pop und Folk l√§ngst kein l√§ngst Geheimtipp mehr. Nach ihrem letzten Album "No Fool For Trying" sind die Kanadierinnen gerade wieder in den kleinen Clubs unterwegs, um das neue Werk "The Good In Goodbye" vorzustellen.

Durchschnittlich an 200 Abenden pro Jahr stehen Madison Violet in ihrer kanadischen Heimat, den USA, Australien und vor allen Dingen in Europa auf der B√ľhne. Besonders in Deutschland hat sich das Duo mit ihrem feinen, zweistimmigem Gesang viele Freunde erspielt. So tourten die Damen mit ihrem letzten Album "No Fool For Trying" gleich drei Mal innerhalb von knapp zwei Jahren durch kleine Clubsund auch die derzeitige Tour wird sicherlich im Jahr 2012 fortgesetzt. Die Messlatte f√ľr die 11 neuen Songs liegt in luftigen H√∂hen, denn mit ihrem letzten Output gewannen die Damen nicht nur den kanadischen Folk-Music-Award 2009, sondern durften sich √ľber eine Nominierung f√ľr den Juno, den gefragtesten Musikpreis Kanadas, freuen.

Der langsame Einstieg mit "If I Could Love You" deutet schon an, dass sich die M√§dels musikalisch nicht zu weit vom letzten Album entfernen wollen. Hier gibt es,wie bei den Konzerten, keine Showeinlagen mit spektakul√§ren Effekten, sondern ruhige, unaufgeregte und vor allen Dingen handgemachte Musik. Auch an ihrer prim√§ren Ausschm√ľckung,einer akustischen Untermalung mit Gitarre sowie unaufdringlich gespieltem Banjo, Lap Steel und Bass, √§ndern Duo und Studiomusiker nicht viel.

Dass das Ergebnis nicht nur f√ľr Minderheiten abseits der Charts interessant sein k√∂nnte, zeigt "Home", das so federleicht und harmonisch daherkommt, dass man es sich durchaus einmal im Radio vorstellen k√∂nnte. Vielleicht in einer Sendung, die auch √§ltere Songs von Heather Nova, Nanci Griffith oder den Indigo Girls im Programm hat? Das w√ľrde passen. Durch die verwendeten Streicher wird "Home" sogar noch eine Spur edler. Der Titeltrack "The Good In Goodbye" erreicht diese Qualit√§ten nicht ganz, besitzt aber immerhin einen sch√∂nen, einpr√§gsamen Refrain.

Wie ein roter Faden zieht sich der mit viel Gef√ľhl und K√∂nnen von Les Cooper produzierte akustische Gesamteindruck durch die nur knapp 38 Minuten. Ausrei√üer gibt es wenige, die machen die Platte jedoch etwas spannender. Da w√§re das schon fast heitere "Emily" zu nennen, mit dem Madison Violet klarstellen, dass sie nicht nur langsame Nummern k√∂nnen. Noch mehr Energie zeigt das Duo direkt danach bei dem putzmunteren Traditional "Cindy, Cindy". Dazu darf Lisa MacIsaac hier beweisen, was f√ľr eine klasse Fiddle-Spielerin sie ist.

Doch in erster Linie dominieren die melancholischen Balladen wie "Stuck In Love", die oftmals mit autobiografischen Inhalten daherkommen. So endet das Album nicht √ľberraschend ebenfalls sehr ruhig - mit einer liebevollen Ehrerbietung an Brenley MacEacherns Gro√ümutter "Christy Ellen Francis".

Fazit: Eine warmherzige Platte passend f√ľr die kalte Herbst/Winter-Saison. Melancholisch, und sehr harmonisch dargeboten. Ein Fest f√ľr Anh√§nger traditioneller amerikanischer Rootsmusic. F√ľr Fans von Jackson und Strait ist das Ganze eher weniger aufregend.

Madison Violet
Label: Big Lake / India Media (rough trade) V√Ė: 7. Oktober 2011

  • Titelliste


01 If I Could Love You 07 Come As You Are
02 Home 08 Colour in Grey
03 Goin' Away 09 Emily
04 Stuck in a Love 10 Cindy Cindy
05 Fallen By The Wayside 11 Christy Ellen Francis
06 The Good in Goodbye

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