Mary Sarah & Friends - Bridges


Taylor Swift

Um es mit einem Ph├Ąnomen der Country Music zu umschreiben, blicken wir "back to August", d.h. zur├╝ck auf den August. Wochen vor der Ver├Âffentlichung des dritten Albums von Taylor Swift, "Speak Now" (mit der Single "Back to December"), wurde "Mine" auf iTunes schlagartig popul├Ąr. Der Song war innerhalb von sechs Stunden nach dem Hochstellen die Nr. 1 in den Single-Charts f├╝r alle Genres und Country und verzeichnete bereits nach vier Tagen mehr als 297.000 Downloads.

Das Album durchbrach in der ersten Woche die Grenze von einer Million verkauften Exemplaren - die st├Ąrkste Deb├╝twoche aller Genres seit 2005 und die st├Ąrkste ├╝berhaupt f├╝r einen Country-Musiker. Bis Januar kletterten s├Ąmtliche der 14 Tracks des Albums, die alle von Taylor Swift geschrieben wurden, in die Billboard Hot 100. Die erste Single des Albums und der sechste Nr. 1 Country-Hit von Taylor Swift "Mine" hatte durchschlagenden Erfolg mit der Nr. 11 in den Top 40 Radio, Top 5 A/C und Top 10 Hot A/C. Fernsehauftritte, Titelseiten, ein einst├╝ndiges Special auf NBC, ein wunderbarer Auftritt bei den CMA Awards - Beweise f├╝r ihre spektakul├Ąre Beliebtheit fanden sich ├╝berall.

CD-Cover: Fearless von Taylor SwiftZum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren wurde Taylor Swift von Billboard zur erfolgreichsten K├╝nstlerin des Jahres gek├╝rt, mit mehr als 4,4 Millionen verkauften Alben im Jahr 2010. Bereits 2008 war sie die erfolgreichste K├╝nstlerin des Jahres und ihr zweites Album "Fearless" war 2009 mit Dreifach-Platin das bestverkaufte Album des Jahres. Taylor Swift bleibt mit mehr als 33 Millionen Tracks die bestverkaufende digitale K├╝nstlerin der Musikgeschichte.

Hinter diesen Tatsachen und den Statistiken gibt es zwei wichtige Einsichten: Die Fans stehen im Mittelpunkt des Schaffens der K├╝nstlerin und ihre Fangemeinde umspannt den gesamten Planeten.

Das waren die Hauptgr├╝nde f├╝r den Start der "Taylor Swift Speak Now World Tour 2011" von Taylor Swift (2009 CMA Entertainer des Jahres) am 9. Februar in Singapur, ihrem ersten Konzert dort, gefolgt von 20 Terminen in Asien und Europa (Lesen Sie den Veranstaltungsbericht aus Oberhausen) bis zum 30. M├Ąrz, bevor sie in die Vereinigten Staaten und Kanada zur├╝ckkehrte und bis November dort ihre Tour fortsetzte. Es war die ausgedehnteste Reise im Ausland, die Taylor Swift jemals unternahm. Und die 21-j├Ąhrige tat es f├╝r die Fans, die ├╝berall auf der Welt verstreut sind.

"Bei Weltreisen ist viel Abenteuer dabei", sagt die Country-S├Ąngerin. "Ich liebe solche Abenteuer. Du erlebst einfach so viel, wenn du die vertraute Umgebung verl├Ąsst. Das war mir immer wichtig. Nat├╝rlich sind die Fl├╝ge lang und der Jetlag ist hart, aber alles andere ist pures Vergn├╝gen f├╝r mich."

Auch in anderer Hinsicht ist es eine Herausforderung. Trotz der Gemeinsamkeiten gibt es viele Unterschiede zwischen Touren zu Hause und im Ausland, die Probleme bereiten k├Ânnen, wenn man nicht darauf vorbereitet ist. Es gibt jedoch keine Probleme, die so schwer wiegen, dass Country-K├╝nstler mit einer weltweiten Fangemeinde ihre Shows nicht auf die weite Reise schicken sollten.

Als Manager von Taylor Swift arbeitet Robert Allen mit seinen Kollegen bei 13 Management an der Organisation und Begleitung ihrer Tourneen im In- und Ausland. In England geboren kennt er sich aus, wenn es darum geht, K├╝nstler, ihre Entourage und ihr Equipment in Europa zu bewegen. Als ├Ąlterer Bruder von Rick Allen, dem Schlagzeuger der Def Leppard, lernte er die Grundlagen durch das Management der Gesch├Ąfte und der Reisen der Band kennen. Im Rahmen dieser T├Ątigkeit arbeitete er auch mit Ozzy Osbourne und anderen gro├čen Acts zusammen, die ihm die Welt der gro├čen Konzertb├╝hnen in Asien zeigten.

Von Anfang an war Allen bei der Aufstellung von Taylor Swifts Tourneeplan dabei. Die Arbeit begann im Fr├╝hjahr 2010, teilweise orientiert an den Regionen, in denen sie besonders starke Unterst├╝tzung erfuhr. "Es gab da drau├čen so viele Fans, die die Macht des Internet nutzten und hart daran arbeiteten, dass Taylor zu ihnen kam", sagt er. "Wir ├╝berwachen die Verk├Ąufe ihres neuen Albums und erhalten so einzelne Brennpunkte. Singapur hat uns total ├╝berrascht. Du siehst die Aktivit├Ąt dort und dann siehst Du sie in Hong Kong. Und es ist bereits das vierte Mal innerhalb der letzten zwei Jahre, dass wir nach Japan zur├╝ckkehren, um den Markt dort zu bedienen."

Nachdem der Zeitplan f├╝r Taylor Swift aufgestellt war, begannen die Vorbereitungen. 13 Management l├Âste mit Hilfe von Arthur Kemish, der erst vor kurzem seine dreij├Ąhrige T├Ątigkeit als Produktionsmanager von Metallica beendete, logistische Herausforderungen.

"Metallica war schon an jedem Ort, an den wir gehen wollen, also war Arthur eine logische Wahl f├╝r uns", sagt Allen. "Ab der Minute, wo die Veranstalter wussten, dass er unser Produktionsmanager ist, beruhigte sich alles. Wir hatten zwar gro├čes Gl├╝ck, dass wir ihn f├╝r unser Team gewinnen konnten, aber f├╝r jeden jungen K├╝nstler, der ins Ausland m├Âchte, gibt es keinen Hinderungsgrund so jemanden wie Arthur, mit all seiner fr├╝heren Erfahrung, als Berater ins Boot zu holen."

Selbst wenn die Mitarbeiter eines K├╝nstlers noch so talentiert sind, sollten die Hauptverantwortlichen schnell pers├Ânliche Kontakte an jedem fremden Ort kn├╝pfen. "Achte darauf, dass der Produktionsmanager viel mit dem Veranstalter und den tats├Ąchlichen Verk├Ąufern abkl├Ąrt", bemerkt Allen. "Achte darauf, dass der Soundtechniker und der Lichtdesigner ihre eigenen Gespr├Ąche f├╝hren. Nur so kann der Erfolg gesichert werden. Denn wenn Du am Veranstaltungsort ankommst, siehst Du Menschen, mit denen Du schon am Telefon gesprochen hast und tauchst nicht einfach dort auf und sagst zum Veranstalter 'H├Âr mal, dies und das stand in unserem Nachtrag!'"

Taylor Swift bei ihrem Auftritt im Toyota Center in Houston; Foto: Christie Goodwin Das Budget ist ein weiteres wichtiges Thema, sowohl f├╝r Mid-Level- als auch f├╝r Headline Acts. "In Europa zu touren ist sehr teuer, du musst deine Kosten ganz sch├Ân unter Kontrolle halten" merkt Allen an. "Du musst deine Trucks ziemlich vollstopfen. In Asien sind wir innerhalb von 15 Tagen durch f├╝nf L├Ąnder getourt, du musst also genau wissen, was du mitnehmen kannst und was nicht. Aus diesem Grund haben wir auch in der Show alles auf niedriges Niveau heruntergefahren, um m├Âglichst viel direkt vor Ort erledigen lassen zu k├Ânnen. Wegen der Pr├Ąsentation, die wir f├╝r diese spezielle Tour zusammengestellt haben, entschieden wir, unser eigenes Video-Equipment mitzuf├╝hren. Videoger├Ąte sind heutzutage so leicht, dass dies kein Problem darstellte. Wir beluden auch ein paar Paletten mit Beleuchtungsanlagen und Textilien (Vorh├Ąnge, Kulissen etc.), damit das Erscheinungsbild unserer Show gleich bleibt."

"In Asien ist der Produktionsaufwand etwas geringerÔÇŁ, f├╝gt Taylor Swift hinzu. "Gro├čer Bildschirm und gro├če B├╝hne sind dort sowieso Standard, so dass wir nicht allzu viel zur├╝ckstecken mussten. Trotz allem muss aber die Produktion und der B├╝hnenauftritt neu durchdacht werden denn der Flug nach Asien ist sehr weit."

W├Ąhrend ├╝ber all diese genauestens nachgedacht wurde, machten sich die etwa 45 Mitglieder der "Taylor Swift Speak Now World Tour 2011" an die ebenso wichtigen Vorbereitungen. Hierzu geh├Ârten die Durchsicht aller P├Ąsse und anderen Reisedokumente, die Durchf├╝hrung von Impfungen und Informationstreffen zu Themen, die speziell Auslandstourneen betreffen. "Wir arbeiten in verschiedenen L├Ąndern mit unterschiedlichen Kulturen, wir m├╝ssen also wissen, was man im jeweiligen Land darf und was nicht" sagt Allen. "Wir legen unseren Leuten ans Herz, sich ein Bewusstsein ├╝ber die kulturellen Umfelder anzueignen und aufmerksam darauf zu achten, wie sie vor Ort mit den Menschen umgehen und sie ansprechen. Dies hat f├╝r uns eine sehr hohe Priorit├Ąt, denn wir sind Diplomaten unseres Landes, wir sind Diplomaten der Country Music und wir sind Diplomaten von Taylor Swift."

Taylor Swift hat ihre eigene Art sich vorzubereiten. "Ich m├Âchte in all diesen Regionen mit meinen Plattenlabels Kontakt aufnehmen und ihnen so viele Fragen wie m├Âglich stellen" sagt sie. "Ich gehe online und versuche so viel wie m├Âglich ├╝ber die Region, in die wir gehen und was dort gerade ansteht, herauszufinden. Ich m├Âchte die Welt kennenlernen und nicht nur die verschiedenen Arenen in der ganzen Welt, aber genau das passiert dir, wenn du nicht aufpasst, wenn du zwischen deinen Shows zu wenig Zeit f├╝r kurze Trips einplanst. Was ich an Europa besonders cool finde, ist, dass ich Ausfl├╝ge zu all diesen Orten unternehmen kann, die ich schon immer sehen wollte. Dies ist mir sehr wichtig, denn am Ende fragst du dich, was du aus deinem Leben gemacht hast."

Aus diesem Grund residieren Taylor Swift und ihre Band lieber in der N├Ąhe kultureller Attraktionen und empfohlener Restaurants, w├Ąhrend die technische Crew eher in der N├Ąhe des Auftrittsortes oder des Flughafens ein Hotel sucht.

Catering auf einer Busreise durch Europa ist nicht durchf├╝hrbar und auch wenn Backstage-Catering angeboten wird, lockt die Abenteuerlust Taylor Swift heraus auf die Suche nach Neuem an jedem Ort, den sie besucht. "Manchmal essen wir aus Bequemlichkeit im Hotel, aber meist versuchen die Band und ich auszugehen und eine landestypische Mahlzeit zu erleben. Wir sind in Japan immer in diese Teppanyaki-Restaurants mit dem umwerfenden Kobe-Rindfleisch und unglaublichem Essen gegangen. Vieles davon haben wir noch nie vorher gegessen, das machte es so aufregend, weil es eine Premiere war."

CD Cover: Speak Now von Taylor SwiftTaylor Swift hat seit ihrem Auslandsdebut in London im Jahr 2009 nach der Ver├Âffentlichung von "Fearless" viel gelernt. F├╝r Anf├Ąnger hat sie einen Ratschlag f├╝r den Kampf gegen den Jetlag. "Wenn Du an einem Ort ankommst und ins Bett gehen willst, obwohl es mitten am Tag ist, pass Dich sofort an die Zeitzone an, in der Du gelandet bist" sagt sie. "Als ich in Japan ankam, musste ich 26 Stunden am St├╝ck wach bleiben, bevor ich endlich ins Bett fallen konnte. Der Rest der Reise war nach dieser Anstrengung kein Problem mehr."

Auch die M├╝he Sprachbarrieren zu ├╝berwinden lohnt sich. "Egal welche Sprache die Menschen sprechen, L├Ącheln und echte Gef├╝hle werden verstanden" sagt sie. "Ich sp├╝re, was die Menschen dort f├╝hlen, und ich hoffe, dass sie auch sp├╝ren, was ich f├╝hle. Aber die Reise nach Japan hat mich gelernt, wie viel ich bei Menschen erreichen kann, wenn ich ein wenig in ihrer Sprache spreche. Es ist wichtig, sie wissen zu lassen, dass du dich total freust, dort zu sein, und dass du dankbar bist, dass sie zu deiner Show gekommen sind. Es zeigt ihnen, dass du nicht einfach nur da bist, sondern dass du pr├Ąsent bist und gl├╝cklich bist, sie zu sehen. Und sei offen", f├╝gt sie hinzu. "Sei nicht engstirnig. Nur weil Dinge anders sind, als du sie gew├Âhnt bist, sind sie nicht weniger gro├čartig. Ich habe mich in diese Reisen verliebt, auf denen ich Orte besuchte, die ich noch nie gesehen habe, und Country Music in Gegenden gebracht habe, in denen sie nicht unbedingt verbreitet war. Sie sind f├╝r mich jetzt enorm wichtig und ich m├Âchte m├Âglichst weit und viel reisen."