Willie Nelson - December Day


CD Cover: Band of Heathans - Top Hat Crown & the Clapmaster's Son
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RedaktionswertungBewertung: 4 Sterne = gut
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Natürlich muss eine Formation wie diese hier, das "The" im Bandnamen tragen. The Beatles, The Byrds, The Rolling Stones, The Grateful Dead, The Heartbreakers und so weiter und so fort. "The" ist bei Bandnamen schließlich weit mehr als ein Artikel. Es ist: ein Quervermerk in welche Richtung es geht, eine Art musikalischer Grundbucheintrag. Und: The Band Of Heathens verdienen sich dieses "The" mit jeder Note.

Die Band entstand 2005 im texanischen Austin, seit jeher ein guter Boden für kreative Musiker und Bands. In diesem Jahr beschlossen also Colin Brooks, Gordy Quist und Ed Jurdi - bis dahin jeder auf Solopfaden wandelnd - gemeinsame Band-Sache zu machen. Ein Schlagzeuger und Bassist waren schnell gefunden; der viel versprechende Bandname ebenfalls. 2006 erschien das erste Album "Live From Momo's", gefolgt von "Live At Antone's" - zwei Mitschnitte aus zwei legendären Clubs in Austin. Überregionale Beachtung erntete die Band mit dem 2008 erschienenen gleichnamigen Studio-Debüt. "Top Hat Crown & The Clapmaster"s Son" ist nun der dritte Studiostreich des fünfköpfigen Ensembles - und eindeutig das bislang reifste und stärkste Werk der Band.

Das macht schon mal der Opener "Medicine Man" deutlich: träger, schwerer Southern/Country-Blues, mit druckvollem Groove, starken Vocals und einer flirrenden Slide-Gitarre. Dennoch bleibt man ein bisschen ratlos: Wo geht die Reise der Formation hin? Zurück in die Zukunft? Oder ist die im gesamten, im Comic-Style gehaltenen Cover auf ein Foto verzichtende Combo total auf Nostalgie-Trip? Vermutlich eher letzteres. Zumindest legen das die weiteren Songs nahe. Tracks wie "Should Have Known" und "Enough" (mit konzeptionell übergreifenden Ansatz) erinnern an die Stones in den 70er Jahren, als sie sich bei einer launigen Studio-Session in Soul-Gefilde austobten. Alles ganz locker, alles klingt spontan, alles aus dem Bauch heraus. Meistens kommen die pfiffigen Texaner mit wenigen Akkorden aus. Irgendwann, das dauert meist nicht sehr lange, haben sie einen schlüssigen Refrain gefunden. Und dieser wird dann hymnisch zelebriert, veredelt, in immer höhere und euphorischere Sphären gepusht. Minutenlang kann das so gehen. Vor allem, da immer wieder eine Gitarre und ein Klavier mit in die Session einsteigen und für Akzente und neue Höhepunkte sorgen. Bestes Beispiel dafür ist wohl "The Other Broadway". Ein Song, der an frühe Simply Red-Hits erinnert - was als Kompliment gemeint ist.

Straffer fallen dagegen Titel wie das im rasanten 2/4-Motown-Groove gehaltene "I Ain't Running", das an James Taylor gemahnende "Gris Gris Satchel" (was für ein Titel!) und das ganz im Folk-Beat-Style der 60ies gehaltene "Polaroid" aus. Dass die etwas langhaarigen und selbstverständlich Holzfällerhemden tragenden Herren im Geiste der Hippies verankert sind, wird aber auch im gelungenen Soft-Rock-Song "Nothing to See Here" deutlich. Nach diversen Tourneen verfügt die Band mittlerweile über eine treue Fangemeinde in Deutschland. Mit dieser CD wird diese garantiert weiter anwachsen.

Fazit: Roots-Rock mit unverkennbaren 60is- und 70ies Einflüssen. Eine mit starken, lässigen Songs garnierte Zeitreise, die zu jedem Moment Spaß macht.

Label: Blue Rose (Soulfood)VÖ: 25. März 2011

  • Titelliste


01Medicine Man07I Ain't Running
02Should Have Known08Gravity
03Enough09Free Again
04Polaroid10Hurricane
05Nothing to See Here11Gris Gris Satchel
06The Other Broadway12Motherland