CD Cover: Jason Michael Carroll - Growing Up Is Getting Old
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RedaktionswertungBewertung: 3,5 Sterne = gut
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"Bleib einfach so wie du bist, das hat dich hierher gebracht“, riet ihm Ronnie Dunn von Brooks & Dunn auf einer Tournee. Diesen Rat hat sich Jason Michael Carroll bei seiner zweiten Album-Veröffentlichung zu Herzen genommen. Auf "Growing Up Is Getting Old" bleibt der 30-jährige Sänger mit der sanften Bariton-Stimme seinen Wurzeln treu, ohne sich zu stark zu wiederholen. Dazu mischt er neue, versöhnlichere Klänge und ausgewogene Melodien.

Dass sein Herz schon immer für den Country schlug, kann man in Carrolls Begeisterung und seinem Engagement erkennen. Sein Ehrgeiz war auch der Grund, warum er in jungen Jahren von seiner ersten Band "gefeuert2 wurde. Er ist aber auch - gemeinsam mit einer großen Portion Talent - der Grund, warum der vierfache Vater heute mit Größen wie Trace Adkins, Alan Jackson, Carrie Underwood und Martina McBride auf der Bühne steht. Dabei ist es gar nicht so selbstverständlich, dass Carroll den Weg eines Country-Musikers einschlug. Von einem streng religiösen Pfarrer erzogen, war es dem kleinen Jason nicht erlaubt, säkulare Musik zu hören. Statt klein beizugeben, setzte sich der Newcomer durch, gewann bei einem Karaoke-Wettbewerb und machte seinen Traum von der Musikkarriere wahr. In den Linernotes seiner neuen CD gilt sein Dank trotz allem an erster Stelle dem lieben Gott - für seine musikalische Begabung und die Chance, sie auszuleben.

Dafür dürften ihm auch die mittlerweile doch recht zahlreichen Carroll-Fans danken. Und dafür, dass der Musiker sich bei der Songauswahl bei seinem aktuellen Album wieder so richtig ins Zeug gelegt hat. Bei vier Titeln tritt er als Co-Autor auf, während die restlichen Tracks von Songwritern wie Jeremy Campbell, Josh Thompson, Patrick Davis und Joe Leathers geschrieben wurden. Und auch die Liste der Co-Musiker kann sich sehen lassen: Schlagzeuger Chris McHugh (White Heart, Amy Grant, Garth Brooks, Keith Urban), Percussionist Kenny Aronoff (John Mellencamp, Bob Seger, Elton John) und Bassist Glenn Worf (Billy Ray Cyrus, Martina McBride, Mark Knopfler) wären da beispielsweise zu nennen. Bei der Produktion vertraute Carroll wie beim Vorgänger-Album wieder auf Erfolgs-Produzent Don Gehman (R.E.M., Hootie and the Blowfish, Tracy Chapman).

So solide wie die Produktion klingt auch das ganze Album. Während "Growing Up Is Getting Old" nicht mit einem Hit nach dem anderen aufwartet, überzeugt es doch mit hübschen Melodien, anrührenden Geschichten über das Erwachsenwerden, das Übernehmen von Verantwortung und um die Familie - und jeder Menge Elan. Dieser Elan ist schon im Album-Opener "Happened on a Saturday Night (Suzie Q)" spürbar, einem energischen Country-Rock-Song über einen um eine Frau entflammten Barkampf. Das klingt nach Klischee, ist aber so einfühlsam erzählt, dass man Carroll gerne den ein oder anderen Ausrutscher in stereotype Kitschgefilde verzeihen mag. Mit gewitzten Stücken wie dem melodischen "Let Me Go", einem von Missverständnissen geprägten Zwiegespräch zwischen zwei Menschen, versöhnt Carroll jedes Mal schnell wieder. Während er mit eindringlichen Songs wie dem Titelsong und "We Threw It All Away" bewegende und lebensweise Storys erzählt, rührt er in Stücken wie dem durch seine Einfachheit bestechenden "Tears" ... ja ... fast zu Tränen. Am Anfang des Songs steht ein Telefongespräch zwischen einem Kleinkind und seinem Vater, in dem beide Parteien beteuern, wie sehr sie den anderen vermissen. Das klingt sehr autobiografisch und auch in Titeln wie "That's All I Know" lässt Carroll seine Hörer nahe an sich heran. In einem Interview berichtet er, wie wichtig es ihm ist, nicht nur Geschichten zu erzählen, sondern auch ein Stück von sich selbst preis zu geben, zu zeigen, wer er wirklich ist. Dies gelingt ihm nicht nur in selbst geschriebenen Songs, sondern auch in interpretierten Nummern wie "Where I'm From". "Ich entdecke sehr viel von mir in diesem Song und wollte ihn deshalb unbedingt auf meinem Album", erklärt Carroll. Balladen wie das zerknirschte "Sorry Don't Matter" und das herzerweichende "Hurry Home" passen da gut ins Konzept und stehen dem nachdenklichen Musiker äußerst gut. Mit dem flotten Uptempo-Titel "Barn Burner" setzt er gegen Ende jedoch noch einmal fröhliche Akzente und zeigt, dass er seine Hörer durchaus auch in Partylaune versetzen kann.

Fazit: Ein eingängiges Album, das vor allem von Jason Michael Carrolls Stimme und den anrührenden Geschichten lebt, die er in seinen Songs erzählt. "Growing Old Is Getting Old" ist eine Platte, die sich nicht vor ihrem Vorgänger verstecken muss.

Label: Arista Nashville (Sony)VÖ: 22. Mai 2009

  • Titelliste

  • Links


01Happened on a Saturday Night (Suzie Q)09That's All I Know
02Let Me Go10We Threw It All Away
03Where I'm From11Sorry Don't Matter
04Tears12Barn Burner
05Growing Up Is Getting Old13Hurry Home