Blake Shelton - Startin' Fires
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Er sieht nicht nur aus wie ein Junge vom Land - Blake Shelton ist auch ein echter Country-Boy. Vor 32 Jahren geboren in einem Nest namens Ada, Oklahoma, stand f├╝r ihn schon sehr fr├╝h fest, dass er Countrys├Ąnger werden w├╝rde. Mit 16 gewann er seinen ersten landesweiten Award, mit 17 packte er die Koffer, um es in Nashville zu versuchen. Dann dauerte es allerdings doch bis 1998 bis er bei Giant Records seinen ersten Plattenvertrag unterschrieb - und weitere drei Jahre bis er wirklich auf sich aufmerksam machte. Das aber t├╝chtig: Sein gleichnamiges Album-Deb├╝t kletterte bis auf Platz 3, seine Single "Austin" schaffte Platz 1. Und auch weitere Songs wie "All Over Me" und "Ol' Red" eroberten in die Top 20 der amerikanischen Country-Charts.

Seit 2001 ist Blake Shelton also ein gut eingef├╝hrter Name in der Szene, wie insgesamt vier Nummer Eins-Single-Hits beweisen. Zuletzt gelang ihm das Kunstst├╝ck in 2007. Und das ausgerechnet mit einer Coverversion von Jazz-Crooner Michael Bubl├ę "Home". Wer jetzt argw├Âhnen sollte, dass Shelton seinen Flirt mit Jazz oder anderen Genres fortsetzen werde, darf aufatmen. Oder entt├Ąuscht sein, je nach Gusto. Fest steht jedenfalls: mit "Startin' Fires" bietet der auf dem Coverfoto sympathisch-treuherzig guckende Lockenkopf h├Âchst solide Country-Hausmannskost.

Zw├Âlf Titel h├Ąlt der S├Ąnger mit der warm-tiefen Stimme parat. Um seine verschiedenen musikalischen Facetten - von Balladen bis bluesig-traditionell - ins jeweils rechte Licht setzen zu k├Ânnen, vertraute Shelton gleich auf drei verschiedene Produzenten: Scott Hendricks (der den gr├Â├čten Teil ├╝bernahm), Brent Rowan und Bobby Braddock. Drei wahrlich ausgewiesene Studio-Gr├Â├čen. Man darf also gespannt sein.

Und man wird nicht entt├Ąuscht. Schon der von George Teren und Craig Wiseman geschriebene Opener "Green" macht klar, mit welchem Brennstoff Blake Shelton sein "Startin' Fires" befeuert - mit viel guter Laune, unaufgeregten aber h├Âchst professionellen Arrangements, eing├Ąngigen Melodien und - stets im Mittelpunkt des Sounds - seine angenehme Stimme. Freilich flie├čen rockige Gitarrenriffs ein, doch im Grunde ist der Song h├Âchst traditionell angelegt. Und das ist auch gut so.

Im n├Ąchsten Titel - fast der Titelsong, k├Ânnte man sagen - serviert er als Appetizer ein souliges Piano: "Good At Startin' Fires", geschrieben von den Song-Gr├Â├čen Sherri├ę Austin, Will Rambeaux und John Stephan, punktet als gef├╝hlvolles Liebeslied.

Das erste Glanzlicht z├╝ndet er allerdings mit dem nachfolgenden "She Wouldn't Be Gone". Eine super eing├Ąngige Ballade mit einem ├╝berraschenden, lange im Ohr bleibenden Refrain. Jennifer Adan und Cory Batten haben sich den Titel h├Âchst erfolgreich ausgedacht. Respekt!
Im Mittelteil der CD zeigt der Okie seine stimmliche Vielfalt. Bei "I'll Just Hold On" verneigt er sich vor nostalgischem Pop, bei "100 Miles" und "Never Lovin' You" bringt er bluesige Riffs und soulige Melodien in Einklang mit traditionellem Country, bei "Home Sweet Home" bietet er dynamisch abwechslungsreichen Country-Folk.

W├Ąhren er sich bei "Country Strong" die Rocker-Lederjacke ├╝berzieht - und darin eine nicht unbedingt glaubw├╝rdige Figur abgibt - zeichnen die anderen Songs eine leider momentan etwas in Mode gekommene Unsitte aus: Auf eine leise gesungene Strophe kommt stets der mit voller Kehle geschmetterte Refrain. Das mag ab und an okay sein, auf Dauer wirkt dieses Arrangement-Rezept allerdings langweilig und vorhersehbar, um nicht zu sagen "nervig".

Gegen Ende der CD nimmt er von diesen Pegel-Kontrasten zum Gl├╝ck wieder Abstand. "This Is Gonna Take All Night" bietet romantischen Country in bester Clint Black-Manier, "Here I Am" st├╝nde auch Brooks & Dunn gut zu Gesicht und mit "Bare Skin Rug2 bietet er zum Abschluss ein romantisches Duett. Seine Partnerin: Miranda Lambert. Kein Wunder, dass der Knabe da mit beiden H├Ąnden tief in den Schmalztiegel greift.

Fazit: So naiv wie Blake Shelton auf dem Coverfoto guckt, ist er gar nicht. Das beweisen zw├Âlf, gr├Â├čtenteils ├╝berdurchschnittliche Songs, die meist ohne Produktionsgimmicks auskommen. Solider Country mit dezenten Einfl├╝ssen von Blues, Pop und Rock.

Label: Warner Bros. Nashville (in Deutschland nicht erschienen) V├ľ: 18. November 2008

  • Titelliste

  • Links

01 Green 07 Country Strong
02 Good At Startin' Fires 08 Home Sweet Home
03 She Wouldn't Be Gone 09 This Is Gonna Take All Night
04 I'll Just Hold On 10 Here I Am
05 100 Miles 11 I Don't Care
06 Never Lovin' You 12 Bare Skin Rug (mit Miranda Lambert)

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