CD Cover Ricky Skaggs and Bruce Hornsby - Ricky Skaggs & Bruce Hornsby
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Redaktionswertung Bewertung: 4,5 Sterne = sehr gut
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Ricky Skaggs macht gemeinsame Sache mit Bruce Hornsby. Das wĂ€re in Deutschland in etwa zu vergleichen, wenn Ernst Mosch eine CD mit Klaus Lage aufnehmen wĂŒrde. Will sagen: Ein Volksmusiker - und Country ist natĂŒrlich die amerikanische Volksmusik - trifft auf einen PopsĂ€nger und -Songschreiber. Klingt ziemlich unmöglich, oder? Doch in Amerika sind Musiker seit jeher weit offener fĂŒr musikalische Begegnungen und die Genre-Grenzen werden gerne mit Schwung genommen. So ist der Paarlauf von Skaggs und Hornsby thematisch nichts Neues - in der Art der Umsetzung dennoch aber eine kleine Sensation.

Man nehme nur das weit hinten, auf Startplatz zehn versteckte, von Bruce "The Range" Hornsby geschriebene "Crown of Jewels": Ein harmonischer Leckerbissen, mit nostalgischem Charme, zeitgemĂ€ĂŸem Drive, herrlichen Harmony-Vocals und virtuosen Glanzleistungen von Dody Kilby am Banjo und Andy Letwich an der Fiddle. Moderner, aber dennoch astreiner Bluegrass. Zumindest bis gegen Ende des Titels. Da setzt dann der bis dahin nur als SĂ€nger in Erscheinung getretene Bruce Hornsby an, dem Song einen neuen Dreh zu geben: durch ein zunĂ€chst poppiges, im Outro dann zu einem jazzigen, bluesigen Piano-Solo. Banjo, Fiddle und Skaggs an Gitarre und Mandoline treten dann brav in den Hintergrund um den einstigen Rockstar (mit "The Range" landete er 1986 einen Evergreen) die BĂŒhne zu ĂŒberlassen. Ein BravourstĂŒck an musikalischer Metamorphose. Und beileibe nicht das einzige des elf Titel starken, von Skaggs und Hornsby gemeinsam produzierten Albums.

Im Grunde ist kein einziger Titel missglĂŒckt, kein einziger Beitrag, der nicht höchste AnsprĂŒche erfĂŒllen wĂŒrde. Man hört es der CD mit jedem Takt an, dass den beiden enorm talentierten und bereits gesetzten Herren, die gemeinsame Arbeit Spaß gemacht hat. Dabei wird klar, dass die Beiden trotz ihrer unterschiedlichen musikalischen Lager in ihrer beider WellenlĂ€nge völlig synchron sind. Mehr noch: Bluegrass-Barde Skaggs profitiert vom frischen Pop-, Blues- und Jazz-Wind, den sein etwas jĂŒngerer Kollege Hornsby am Piano und in seinen Kompositionen entfacht - und umgekehrt.

Obwohl Bruce Hornsby fĂŒr knapp die HĂ€lfte der Songs Pate stand, geht die erste gemeinsame Arbeit der beiden Musiker dennoch als lupenreines Bluegrass-Album durch. Das machen schon der Opener "The Dreaded Spoon" und das darauf folgende, gut gelaunte "Gulf of Mexico Fishing Boat Blues" deutlich. Im dritten Titel "Across The Rocky Mountain", eineSkaggs-Komposition, wird es etwas komplizierter: vertrackte Roots-Musik, angetrieben vom - ja, ja! - Earth, Wind and Fire-Schlagzeuger Sonny Emory. Auch das folgende "Mandolin Rain", erneut ein Hornsby-Song, zitiert indianische Roots und die Bluegrass-AnfĂ€nge in den Smokey Mountains. Stuart Duncan lĂ€sst hier wieder einmal begnadet seine Fiddle weinen.

Neben dem jazzigen Instrumental "Stubb", dem pfeilschnellen Hillbilly-Square-Dancer "Sheep Shell Corn" setzen zwei Fremdkompositionen die weiteren Glanzlichter: die harmonisch zu Seufzen schöne Bluegrass-Perle "Come On Out", geschrieben von Gordon Kennedy und Phil Madeira und - als skurriler Schlusspunkt - die auf Bluegrass getrimmte Funk-Hymne "Super Freak" von Rick James. Ein nölender John Anderson als GastsÀnger macht hier hörbar gerne mit.

Fazit: Da treffen zwei musikalische Welten aufeinander - um sich eine neue Bluegrass-Welt zu erschließen. Nicht umsonst wurde die CD fĂŒr die IBMA-Awards als"Aufnahme des Jahres" nominiert.

Label: Legacy/Columbia Nashville (Sony) VÖ: 17. August 2007

  • Titelliste

  • Links

01 The Dreaded Spoon 07 A Night On The Town
02 Gulf of Mexico Fishing Boat Blues 08 Sheep Shell Corn
03 Across The Rocky Mountains 09 Hills of Mexico
04 Mandolin Rain 10 Crown of Jewels
05 Stubb 11 Super Freak
06 Come On Out

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