CD Cover Jason Michael Carroll- Waitin' In The Country
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RedaktionswertungBewertung: 3,5 Sterne = gut
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Wieder ein neues Gesicht. Ein Junges. 28 Lenze zählt der enorm lässig auf dem Cover posende Newcomer erst. Ein gut aussehender, junger, attraktiver Kerl also, mit einem Major-Deal gesegnet - muss man deshalb gleich skeptisch werden und an das nicht gerade unübliche Vermarkten und Verheizen denken? An die seelenlose Business-Maschinerie, die aus Dutzendware-Talente kurz aufglimmende Country- oder Pop-Sternchen formt? Denken darf man freilich daran. Im Falle des blonden Jason Michael Carroll ist diese Skepsis aber - glücklicherweise -nicht angebracht. Denn der junge Mann bringt alles mit. Er verfügt über eine bemerkenswert satte Stimme, über überzeugenden Ausdruck und dazu gelingt es ihm, jenes Maß an Glaubwürdigkeit in seine Songs zu legen, um den Hörer berühren zu können. Respekt!

Dass hier ein musikalischer Überzeugungstäter zu Werke geht, wird auch darin klar, dass der in Houston 1978 geborene und in der Nähe von Raleigh, North Carolina, aufgewachsene Sänger einem enorm strengen Elternhaus entstammt. Papa war Prediger und offenbar ein religiöser Fundamentalist. Jegliche Art von Musik, die nicht einer Kirche entstammt, war für den gestrengen Herren "Teufelszeug" - und für den kleinen Jason Michael strikt verboten.

Lustigerweise hat ihn ausgerechnet seine Mutter 2004 ermutigt, bei einem Wettbewerb teilzunehmen. Von da an ging alles recht schnell. Und verflixt erfolgreich dazu. Denn sein jetzt vorliegendes, von Don Gehman (Pat Green, John Mellencamp, REM) produziertes Debüt-Album "Waitin' In The Country" enterte im Sturm die County-Charts, in den Billboard-Pop-Charts kletterte es bis auf Platz 8. Damit avanciert Jason Michael Carroll zum erfolgreichsten Country-Debütanten seit 1992 Billy Ray Cyrus auf der Bildfläche erschien.

Vor diesem Hintergrund erscheinen die gerade mal elf Songs freilich in einem anderen Licht. Was macht ihn aus? Wodurch unterscheidet er sich von anderen, jungen, talentierten Kollegen? Was hat er, was andere nicht haben? So ganz eindeutig ist das selbst nach sorgfältigem Studium der gut 40minütigen Visitenkarte nicht zu beantworten. Denn ähnlich wie andere Nashville-Youngsters präsentiert auch Jason Michael Carroll einen ausgewogenen Mix aus rockigen Titeln, die ihn als lebenslustigen Kerl ausweisen (Titeltrack, "I Can Sleep When I'm Dead", "Honky Tonk Friends") - der aber auch das Herz am rechten Fleck hat und zu großen Gefühlen fähig ist ("No Good In Goodbye", ein Duett mit Pop-Perle Jewel; "Let It Rain", "Angel of Broken Hearts"). Zwischen Rock und Ballade, Scherz und Schmerz haben Carroll und sein Produzent ein paar Midtempo-Songs gepackt. Titel mit eingängigen Melodien und unverfänglichen Inhalten, wie das unvermeidlich patriotisch angehaute Statement "Anywhere USA".

Jason Michael Carroll legt damit eine wirklich gelungene CD vor, die man bedenkenlos mehrere Tage am Stück hören kann. Das liegt an seiner angenehmen Stimme, an den tadellosen Musikerleistungen und an den professionell geschriebenen Songs - mitgewirkt haben dabei Könner wie Tim Galloway, Craig Wiseman und Tommy Lee James. Der vielleicht schönste Titel entstammt jedoch - Respekt dafür! - seiner eigenen Feder: "Alyssa Lies", eine prächtige Ballade, an die der neue Country-Held angeblich eineinhalb Jahre lang geschrieben hat. Der Aufwand hat sich gelohnt ... Tja, was wird wohl der Prediger-Papa zu Sohnemanns Musik-Karriere sagen? Das will man wohl lieber gar nicht wissen ...

Fazit: Seit Billy Ray Cyrus hat niemand mehr auf Anhieb die Country- und Pop-Welt so aufgemischt, wie Jason Michael Carroll - mit elf soliden Songs von einem starken Sänger.

Label: Arista Nashville (Sony)VÖ: 9. Februar 2007

  • Titelliste

  • Links

01Waitin' In The Country07Anywhere USA
02I Can Sleep When I'm Dead08Honky Tonk Friends
03Alyssa Lies09Love Won't Let Me
04Lookin' At You10Angel Of Broken Hearts
05No Good In Goodbye (mit Jewel)11Let It Rain
06Livin' Our Love Song