CD Cover Daryle Singletary - Straight From The Heart
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RedaktionswertungBewertung: 4 Sterne = gut
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Eines steht fest: Bevor man Coverboy-Daryle Singletary auf MTV oder VIVA zu sehen bekommt, konvertiert George Bush, Jr. zum Islam. Keine Chance, der Kerl ist einfach zu brav, zu rundlich, hat zu spießige Klamotten und - vor allem - er steht viel zu sehr für Country. Mit "Straight From The Heart" weicht Daryle Singletary schließlich keinen Millimeter von seinem Kurs ab, den er 1995 mit seinem selbst benannten Debüt einschlug.

Mehr noch: Der Mann mit dem schwarzen Stetson und den zu vielen Big Macs auf den Rippen erweist sich auf dem von Greg Cole und Chuck Rhodes produzierten Album als ein würdiger Nachlassverwalter der alten Recken - als Nachfolger für Traditionalisten vom Schlage George Jones, Waylon Jennings oder Ricky Skaggs.

Vielleicht aber kocht der aus Cairo, Georgia, stammende und mit einer außerordentlich warm und voll klingenden Stimme gesegnete Sänger sein eigenes Süppchen. Denn anders als genannte Country-Helden umweht Singletary nicht der leiseste Hauch von Rebellion. Da kann er in dem Robert B. Altman/Daniel Dean Darst-Song "Black Sheep" noch so vollmundig mit seinen angeblichen Schandtaten prahlen - glauben will ihm das so schnell keiner. Dass ihm dabei John Anderson für einen halben Refrain am Songende zu Hilfe kommt, ändert daran nichts. Eher geht da schon "Bottle Let Me Down" durch, der grandiose Merle Haggard-Song. Was aber bestimmt auch an dem stimmigen Old-fashioned-Arrangement liegt, mit einem gut aufgelegten Brent Mason in einer Schlüsselrolle.

Überhaupt hat sich der pfundige Honky-Tonker für das Album ein paar wirklich originelle Coverversionen ausgeguckt. Zum Beispiel den unverwüstlichen Hit von Don Williams"Some Broken Hearts Never Mend". Oder das schmissige, auf Anhieb gute Laune machende "I've Got A Tiger By The Tail" mit Ricky Skaggs als Gaststar. Auch bei dem Klassiker "These Days I Barely Get By" aus dem Hause Jones/Wynette kommt ungetrübte Freude auf. Respekt, kann man da nur sagen.

Bei der ersten Singleauskopplung "I Still Sing This Way" war - wie passend! - Singletary neben David Lee und Chris Dubois als Coautor tätig. Das Resultat ist allerdings ein eher mittelmäßiger Track, in dem ein Countrysänger von seinen stilistischen Scheuklappen schwärmt und dabei musikalische Unbeweglichkeit als großartigen Vorzug verkauft. Eingestreute Rock-Riffs - als Synonym für das Böse? - machen den Titel nicht origineller.

Gegen Ende der CD kann der mittlerweile beim Roots-Label Shanachie unter Vertrag stehende Künstler nochmals punkten: "Fifteen Years Ago" mit einer tieftraurigen Pedal Steel Guitar und einem an chronischem Herz-Schmerz leidenden Sänger wirkt genauso authentisch wie der letzte Song - "We're Gonna Hold On", ein Roots-Track, erneut aus der Feder von George Jones und mit Bluegrass-Lady Rhonda Vincent als Duettpartnerin.

Fazit: Ein Album, das nach späten 80ern und frühen 90ern klingt, mit vielen originellen Coverversionen und einem völlig überzeugenden Interpreten. Prima Hausmannskost!

Label: Shanachie (MP Media)VÖ: 23. Februar 2007

  • Titelliste

  • Links

01Bottle Let Me Down07These Days I Barely Get By
02Black Sheep (mit John Anderson)08Miami, My Amy
03Some Broken Hearts Never Mend09I Still Sing This Way
04Promises10Lovin' on the Back Streets
05I've Got a Tiget by the Tail (mit Ricky Skaggs)11Fifteen Years Ago
06Jesus and Bartenders12We're Gonna Hold On (mit Rhonda Vincent)