CD Cover George Strait - It Just Comes Natural
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Redaktionswertung Bewertung: 4 Sterne = gut
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"It Just Comes Natural" - es kommt einfach so. Ganz natĂŒrlich, ganz selbstverstĂ€ndlich. Von tief Innen. Wenn sich jemand in der Country-Szene diesen zugegeben etwas anmaßenden Titel erlauben kann, dann ist das Mister George Strait. Dass er dieses Versprechen bei der von Tony Brown und ihm höchst selbstproduzierten CD einlöst, ist ebenso fast selbstverstĂ€ndlich.

Wo George Strait drauf steht, ist Country drin. Schnörkel, Verrenkungen und Anbiederungen an das Formatradio, an Modeströmungen oder an eine junge KĂ€uferschaft sind bei dem Texaner so wahrscheinlich wie ein George Strait-Outfit mit Jogginganzug, Baseball-Cap und dicken Goldketten. Nein, der Mann heißt nicht nur so, er ist auch straight. So bietet er genau die Musik, wie er sich auf dem Cover prĂ€sentiert: mit Stetson, einem karrierten Hemd, Jeans und einem GĂŒrtel mit imposanter GĂŒrtelschnalle. Country pur. Nicht mehr, nicht weniger.Es hat ganz den Anschein, dass der Veteran des Genres jetzt sogar noch mehr an den Wurzeln der Musik schĂŒrft, als noch vor ein paar Jahren. Jetzt, wo immer hĂ€ufiger schmucke Posterboys und smarte Jungspunde an der Music Row mit offenkundigem Pop den Ton angeben. FĂŒr Straight und weitere wackere Aufrechte kann dies nur bedeuten: ZurĂŒck in die Zukunft. Back to the roots.

Wie Straits Zukunft klingt, verdeutlicht gleich mal der von der Autoren-Prominenz Bill Anderson, Buddy Cannon und Jamey Johnson verfasste Opener "Give It Away": subtile Akustik-Gitarre, dezente E-GitarrenklĂ€nge, Steel-Guitar, Fiddle, ein Groove zwischen Schunkeln und Relaxen, eine Melodie zum Mitsummen und ein SĂ€nger, der scheinbar jedes Wort so meint, wie er es mit volltönender Stimme singt. Wertarbeit. Zeitlose QualitĂ€t. Das kann und mag man auch noch in zehn Jahren hören. Genauso konsequent und Ă€hnlich gemĂŒtlich geht der Meister auch die nachfolgenden Tracks an: "She Told Me So" aus der Feder von Bobby Braddock erinnert mit wehleidiger Pedal-Steel-Guitar, herrlichen Moll-Akkorden und beherzten Fiddle-Einlagen an "Here In The Real World", dem viel gepriesenen Erstling von Alan Jackson. Dass bei diesem Song - wie auch bei allen ĂŒbrigen - nahezu die gleichen Musiker am Werk sind, wie bei dem Alan Jackson-Klassiker Ende der 80er Jahre, verstĂ€rkt den nostalgischen Eindruck. Bei "That's My Kind of Woman", geschrieben von Dean Dillonund Tammy Hyler trĂ€gt der schneidige SĂ€nger gemeinsam mit dem deutlich traditioneller gewordenen Tony Brown noch mehr Patina auf: Ein herrlich liebes Liebeslied. Enorm gefĂŒhlvoll und subtil und Dank der Hammond-Orgel von Matt Rollings auch etwas soulig - zu keiner Note aber kitschig. Auch das muss man erst einmal hin bekommen ...

Neben den vielen Schleichern, Balladen und Liebesliedern hĂ€lt die CD auch ein paar temperamentvollere Momente parat. Bei dem gut gelaunten "Wrapped", dem druckvolleren, schnelleren Titelsong und dem "Why Can't I Leave Her Alone" zieht Straight die ZĂŒgel spĂŒrbar an. Soulig, rockig und bluesig wird die Tonlage aber vor allem in der - wen wundert's? - Lee Roy Parnell und Cris Moore-Komposition "One Foot In Front of The Other". Hier dĂŒrfen Drummer Eddie Bayers, Bassist Glenn Worf und, vor allem, Gitarrist Brent Mason und Co. zeigen, was sie drauf haben.

Fazit: Schnörkelloser, zeitloser, gefĂŒhlvoller Country-Sound von einem der großen Meister des Metiers. 15 Songs, 15 Treffer. Auch wenn kein Titel sich das PrĂ€dikat "ĂŒberragend" verdient, ist die CD eine runde Sache fĂŒr alle Freunde der traditionelleren Gangart.

Label: MCA Nashville (Universal) VÖ: 4. Oktober 2006

  • Titelliste

  • Links

01 Give It Away 09 One Foot In Front Of The Other
02 She Told Me So 10 I Ain't Her Cowboy Anymore
03 That's My Kind Of Woman 11 Texas Cookin'
04 Wrapped 12 A Better Rain
05 It Just Comes Natural 13 How 'bout Them Cowgirls
06 He Must Have Really Hurt You Bad 14 What Say
07 A Heart Like Hers 15 Come On Joe
08 Why Can't I Leave Her Alone

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